"Kaum mehr vorhanden als der Pornoschuppen"
DGB befürchtet Verödung des Ostens

Die Abwanderung insbesondere junger Menschen aus Ostdeutschland hat gravierende Folgen, warnt DGB-Vorstandsmitglied Putzhammer. Viele Gebiete würden «unbeherrschbar».

HB BERLIN. Die Abwanderung aus Ostdeutschland könnte nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Verödung ganzer Landstriche führen. In einem Interview der «Leipziger Volkszeitung» sagte DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer, die Entvölkerung erzeuge Frust und Hoffnungslosigkeit bei den Verbleibenden. «Das ist der Nährboden für Radikale», warnte er.

Ganze Landstriche würden «ökonomisch und politisch tendenziell unbeherrschbar», so Putzhammer weiter. Politik und Wirtschaft verdrängten das Thema. «Schon jetzt gibt es im Osten zahlreiche Landkreise, in denen die Arbeitslosigkeit weit über dem Durchschnitt auch der ostdeutschen Länder liegt, in denen Schulen nicht mehr betrieben werden können, in denen Betriebe reihenweise zusammen brechen, in denen vor Ort kaum mehr vorhanden ist als der Pornoschuppen.»

Wenn Fachkräfte und junge Leute abwanderten, seien auch keine Unternehmen mehr bereit, sich anzusiedeln oder zu bleiben, sagte der Gewerkschafter. Die öffentliche Infrastruktur könne immer schwerer aufrechterhalten werden.

Putzhammer forderte, die Gelder aus dem Solidarpakt zielgerichteter einzusetzen. «Wir brauchen dringend eine Evaluierung der laufenden Aufbau-Prozesse», sagte er.

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