Kein Comeback in Berlin
Metzger scheitert auch am Bodensee

Vorerst kein politisches Comeback für den Ex-Grünen Oswald Metzger: Auch im CDU-Ortsverband Überlingen unterlag der der 53-jährige Haushaltexperte am späten Freitagabend in einer Kampfabstimmung. Doch nun hat er von prominenter Seite Unterstützung aus der Partei bekommen.

HB ÜBERLINGEN/STUTTGART. Der Ex-Grüne Oswald Metzger ist erneut mit dem Versuch gescheitert, Bundestagskandidat für die CDU zu werden. Bei der Nominierung in Überlingen für den Wahlkreis Bodensee unterlag der 53-jährige Haushaltexperte am späten Freitagabend in einer Kampfabstimmung dem langjährigen Bürgermeister der Gemeinde Herdwangen-Schönach, Lothar Riebsamen. Der Bürgermeister erhielt 52 Prozent der Stimmen, Metzger kam auf 48,1 Prozent. Metzger war erst im März in die CDU eingetreten.

Der 53-Jährige will nach eigenen Angaben die Zeit nun nutzen, um sein Buch fertig zu schreiben. „Viele Leute hätten sich sicher ein anderes Ergebnis gewünscht. Mir war nach dem zweiten Wahlgang klar, dass es das war“, gestand Metzger nach der Wahlniederlage ein. Insgesamt gab es zehn Bewerber um das Amt. Die CDU im Bodenseekreis war auf der Suche nach einem Bewerber für die Bundestagswahl, nachdem der Kreisvorsitzende Markus Müller als aussichtsreichster Kandidat seinen Verzicht erklärt hatte.

Seine politische Arbeit will Metzger offenbar nicht beenden. Bereits kurz nach der Niederlage betonte er: „Man soll nie nie sagen“. Zu seinen möglichen weiteren politischen Plänen wollte sich Metzger aber nicht äußern. Bei der Nominierung im Kursaal von Überlingen waren knapp 700 Delegierte anwesend.

Baden-Württembergs Ministerpräsident und CDU-Landeschef Günther Oettinger hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn der frühere Grünen-Politiker sich erneut um eine Bundestagskandidatur im Südwesten bewerben würde. Oettinger sagte am Samstag der Deutsche Presse-Agentur dpa: „Als CDU-Mitglied hat er das Recht, sich weiter um ein Mandat zu bemühen.“ Metzger war in der Nacht zu Samstag auch mit dem Versuch gescheitert, von der CDU im Bodenseekreis für die Bundestagswahl nominiert zu werden. Oettinger lobte den Ex-Grünen, er habe „sehr respektabel gekämpft“. Er wolle sich in den nächsten Wochen mit ihm zum Gespräch treffen.

Ein erster Versuch zur Rückkehr auf die bundespolitische Bühne war Anfang Juli im Wahlkreis Biberach gescheitert. Dort setzte sich der örtliche CDU-Vorsitzende Josef Rief mit deutlicher Mehrheit gegen Metzger durch.

Metzger hatte im November 2007 die Grünen nach mehr als 20 Jahren verlassen und noch vor dem späteren Eintritt in die CDU sein Mandat als Landtagsabgeordneter in Stuttgart niedergelegt. Zuvor hatte er heftige Kritik am sozialpolitischen Kurs der Grünen geübt. Während seiner Zeit im Bundestag für die Grünen hatte sich Metzger einen Namen als Finanzexperte gemacht.

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