Kein Ergebnis bei Spitzentreffen zu Präsidentschafts-Kandidatur: Wohnzimmer-Gipfel führt zu nichts

Kein Ergebnis bei Spitzentreffen zu Präsidentschafts-Kandidatur
Wohnzimmer-Gipfel führt zu nichts

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber haben nach rund dreistündigen Gesprächen offensichtlich verärgert die Wohnung des FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle verlassen. Das Treffen der Vorsitzenden von CDU, CSU und FDP zur Klärung einer gemeinsamen Präsidentschafts-Kandidatur ist in der Nacht zum Mittwoch also ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen.

HB BERLIN. Einziger Kommentar von Merkel: „Es gibt das Ergebnis, dass ich jetzt nach Hause möchte.“ Merkel und Stoiber stiegen sofort in ihre Fahrzeuge. Auch Westerwelle vermied jeglichen Kommentar.

In dem Gespräch war es offensichtlich nicht gelungen, die Meinungsverschiedenheiten über einen gemeinsamen Kandidaten zu überwinden. Am Dienstag war der Streit über das seit langem ungeklärte Thema zwischen den Oppositionsparteien, die in der Bundesversammlung gemeinsam eine deutliche Mehrheit haben, offen ausgebrochen. Merkel hatte der von der CSU lancierten Darstellung widersprochen, man habe sich am Montagabend in der Union auf den stellvertretenden Fraktionschef Wolfgang Schäuble verständigt.

Der CDU-Parteivize Christian Wulff griff die CSU deswegen scharf an. „Die sind da in Bayern möglicherweise immer in der Pflicht, etwas lauter zu rufen, weil sie sonst hinter den Bergen nicht verstanden werden“, sagte er am Dienstag dem Rundfunksender NDR 1. Einige Politiker hätten „nicht das zureichende Verhältnis zu ihrer Verantwortung, die mit ihrem Amt verbunden ist“.

In der FDP sorgte der Vorstoß aus der CSU ebenfalls für Verärgerung. Dort formierte sich umgehend Widerstand gegen einen Kandidaten Schäuble. Westerwelle hatte unterdessen bei SPD und Grünen ausgelotet, ob dort eine FDP-Kandidatin Cornelia Schmalz-Jacobsen am 23. Mai in der Bundesversammlung mitgewählt würde. Nach einer Koalitionsrunde sollen SPD und Grüne signalisiert haben, dass sie Schmalz-Jacobsen mittragen könnten. Bereits zuvor hatte Westerwelle mit Kanzler Gerhard Schröder und SPD-Fraktionschef Franz Müntefering Kontakt aufgenommen.

Ferner wurde aus der FDP der Name des früheren Innenministers in der Regierung Kohl und jetzigen Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters (CDU), wieder in die Debatte gebracht. Dieser wurde später jedoch als nahezu chancenlos eingestuft.

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