Kein Korrekturbedarf
Rettungspaket ohne Kapitalvorgabe

Die Bundesregierung will keine eigenen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung von Banken stellen. Bereits die Existenz des Rettungsschirmes habe zu einer erkennbaren Beruhigung und Stabilisierung des Markes geführt, heißt es aus dem Bundesfinanzministerium.

BERLIN/FRANKFURT. Die Bundesregierung sieht keinen Grund, im Zusammenhang mit dem staatlichen Rettungspaket für die Banken eigene Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung vorzugeben. "Wenn die USA und Großbritannien höhere Kernkapitalquoten für ihre Institute vorgeben, braucht das in Deutschland nicht mehr gesetzlich geregelt zu werden. Dieser Maßstab ist dann gesetzt, und den Rest regelt der Markt", sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig, mit Blick auf die Maßnahmen in den angelsächsischen Ländern, die bei ihren Kreditinstituten Kernkapitalquoten von neun bis zehn Prozent einfordern. Zuletzt mehrten sich die Stimmen, die den Staat dazu aufforderten, Zwangskapitalisierungen durchzuführen. Auch der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hält das für nötig.

Justierungen am 480 Mrd. Euro schweren Rettungspaket des Staates hält Albig für nicht erforderlich. Bereits die Existenz des Rettungsschirmes habe für eine erkennbare Beruhigung und Stabilisierung des Marktes geführt. Auch habe es keine Rettungsaktionen mehr nach dem Vorbild der Hypo Real Estate gegeben.

Obwohl die Postbank ihre Kapitalerhöhung aus eigener Kraft stemmen will, dürften auch Kreditinstitute aus dem privaten Bankenlager über kurz oder lang das Rettungspaket der Bundesregierung anzapfen. Das war gestern der Tenor unter den Bankenanalysten. Dabei wird ein abgestimmtes Zugreifen auf das Staatsangebot nicht ausgeschlossen. Postbankchef Wolfgang Klein sagte, mit einem gemeinsamen Vorgehen könne man vielleicht mehr erreichen, als wenn man warte, dass einer nach dem anderen kommt. "Ich kann mir vorstellen, dass es künftig ein gemeinsames Vorgehen geben wird", sagte Klein. Als ein möglicher Kandidat gilt weiterhin die Commerzbank. "Vorstellbar ist, dass die Commerzbank die Instrumente nutzen könnte", sagte Olaf Kayser, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Ein Sprecher der Commerzbank sagte auf Anfrage: "Wir schauen uns weiterhin die einzelnen Möglichkeiten des Rettungspakets an." Die Deutsche Bank wiederholte gestern, dass sie keine Hilfe aus dem Rettungspaket in Anspruch nehmen will.

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