Keine absichtliche Täuschung: Universität rudert in Schavans Dissertationsaffäre zurück

Keine absichtliche Täuschung
Universität rudert in Schavans Dissertationsaffäre zurück

Laut der Promotionskommission der Düsseldorfer Uni hat die Bildungsministerin in ihrer Dissertation doch nicht absichtlich getäuscht. Dennoch plädiert das Gremium für ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Titel.
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MünchenDie Universität Düsseldorf schwächt ihre Vorwürfe im Plagiatsverfahren gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ab. Die Promotionskommission erhebe nicht mehr den Vorwurf, Schavan habe in ihrer Doktorarbeit absichtlich getäuscht, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Allerdings habe sie in Kauf genommen, gegen gängige Regeln wissenschaftlichen Arbeitens zu verstoßen. Das Gremium spreche sich weiter dafür aus, ein Verfahren zur Aberkennung des Titels einzuleiten.

Schavan wird vorgeworfen, in ihrer 32 Jahre alten Doktorarbeit „Person und Gewissen“ Textpassagen unsauber übernommen zu haben. Die Ministerin hat wiederholt beteuert, ihre Arbeit „nach bestem Wissen und Gewissen erstellt“ zu haben. In einem im vergangenen Oktober bekannt gewordenen internen Prüfbericht wurde Schavan eine „leitende Täuschungsabsicht“ bescheinigt. Am Dienstag (22. Januar) entscheidet die Universität darüber, ob ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels eröffnet wird.

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtete vorab, der emeritierte Philosophieprofessor Ludger Honnefelder habe im Auftrag Schavans eine Expertise erstellt. Darin werfe er dem Gutachter der Universität vor, sich vorwiegend an formalen Textvergleichen zu orientieren. Die maßgebliche Frage, „nämlich, ob die Arbeit einen selbstständig erarbeiteten wissenschaftlichen Beitrag erbringt, der die Vergabe des Doktortitels rechtfertigt“, werde vom Berichterstatter der Universität, Stefan Rohrbacher, dagegen nicht erörtert.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Keine absichtliche Täuschung: Universität rudert in Schavans Dissertationsaffäre zurück"

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  • Normalerweise wird von den Vorschriften her jede Dissertation auf wissenschaftliche Solidität überprüft, außerdem lässt sich vieles auch durch das Rigorosum feststellen. Aber seit die Schulen angehalten sind, Schüler positiv zu bewerten, egal, wie lernunfähig und -unwillig sie auch sind, und dadurch fast schon jeder studieren darf, sind die Universitäten mit der Prüfung möglicherweise überfordert.

  • ...angeblich doch nicht absichtlich getäuscht???
    Ach!
    Spielt das eine Rolle!
    Das Zitieren fremder Texte ist übrigens erlaubt!

    ZUM BETRUG wird das erst, wenn man nicht angibt, von wem der entliehene Text stammt. UND DAS ist dann der BETRUG: ich "schmücke mich mit fremden Federn", wenn ich den Verfasser nicht angebe. Das kann man gar nicht ohne betrügerische Ansicht machen, denn schließlich weiß man doch wohl noch, ob man ABSCHREIBT oder selbst entwirft!

    Aber diese Betrügerin wusste damals eben nicht, dass man Jahre später soetwas leicht feststellen kann! Auch darin, zu hoffen, nicht entdeckt zu werden, liegt schon eine betrügerische Absicht versteckt!

    Ich bin auch dafür, alle Dissertationen auf den Prüfstein, sofort. Ich möchte nicht wissen, wieviele Betrüger noch in den Parlamenten und an anderen Stellen zu Unrecht sitzen!

  • Alle einer Dissertation zugrundeliegenden Doktortitel sollten bei Lebenden auf Plagiate überprüft werden. Die dann vielleicht 2% rechtmäßig vergebenen Doktortitel würden den "DOKTOR" zu dem aufwerten, was er sein soll :
    Eine b e s o n d e r e Auszeichnung für wissenschaftliches
    Arbeiten !!

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