Keine Anziehungskraft für linke SPD-Wähler
PDS vor schwerer Zukunft

Der PDS fehlt eine Führungsfigur mit breiter medialer Ausstrahlung. Parteichef Bisky kann Ex-Star Gysi nicht ersetzen.

HB BERLIN. Die PDS hat sich auf ihrem Parteitag zwar von ihrem strikt antikapitalistischen Kurs verabschiedet - ihre Krise ist aber nach Ansicht von Parteiforschern längst nicht überwunden. Mit den neuen Grundsätzen, die wirtschaftliches Gewinnstreben als legitim bezeichnen, komme die PDS den angestrebten Wahlerfolgen nicht näher, sagte ner Berliner Politologe Gero Neugebauer. Sein Chemnitzer Kollege Eckhard Jesse betonte: „Es ist eine Illusion der PDS, zu glauben, sie könnte die SPD-Linke für sich gewinnen.“

Der PDS-Vorsitzende Lothar Bisky führte die guten PDS-Ergebnisse bei den Kommunalwahlen in Brandenburg hingegen auch auf die neue Geschlossenheit der Partei und das am Sonntag in Chemnitz verabschiedete Grundsatzprogramm zurück.

Neubauer zeichnete insgesamt ein düsteres Bild der PDS-Zukunft. „Die PDS steht weiterhin vor einer Nebelwand. Sie hat hinter sich zwar eine Strecke bereinigt und besitzt nun eine Art Karte für den weiteren Weg“, sagte der Politikforscher. „Aber da Nebel ist, weiß sie nicht, ob sie die Karte hat, die für das Gelände geeignet ist, das vor ihr liegt.“ Weder durch ihre führenden Personen noch durch ihre politischen Konzepte könne die Partei derzeit überzeugen. Zwar sei die Integrität des Parteivorsitzenden Bisky unbestritten. „Aber er ist eben - bei aller Intelligenz und Integrationsfähigkeit - keine politische Führungsfigur“, sagte Neugebauer. „Und eine Person mit einer medialen Kompetenz, wie Gysi sie hatte, ist nicht in Sicht.“

Jesse betonte, obwohl die SPD selber wegen der Agenda 2010 in einer schweren Krise stecke, werde die PDS davon nicht profitieren. „Derzeit sind die Wähler zwar durch die rot-grünen Reformpläne verunsichert, aber sie wissen, dass die Grenzen des Sozialstaates erreicht sind und gespart werden muss.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%