Keine Belege
Becks Schelte für die Atomkraft ist nicht zu halten

SPD-Chef Kurt Beck lag mit seinen Aussagen über die Atomenergie daneben: Hatte er zunächst behauptet, dass in der Kernkraft mehr CO2 erzeugt wird als bei der Braunkohle, erwies sich dies nun als unhaltbar.

str BERLIN. Die Stromerzeugung in Kernkraftwerken galt bislang gemeinhin als kohlendioxidfrei. SPD-Chef Kurt Beck allerdings machte Ende vergangener Woche eine andere Rechnung auf: „Atomenergie, wenn man die CO2-Bilanz betrachtet, von der Erzeugung des Urans an bis zur entsprechenden Abbrennung dann in Kraftwerken, ist CO2-intensiver als ein Braunkohlekraftwerk“, sagte der SPD-Chef. Eine steile These, die sich bei näherer Betrachtung als unhaltbar erweist. Das Willy-Brandt-Haus räumt mittlerweile kleinlaut ein, dass es für Becks Aussage keinen Beleg gebe.

Richtig ist, dass auch der Strom aus Atomkraftwerken in der Gesamtbilanz nicht kohlendioxidfrei bis zur Steckdose kommt. Denn Uran muss abgebaut und transportiert werden. Und die Materialien, die für den Bau eines Kernkraftwerks benötigt werden, sind nicht kohlendioxidfrei herzustellen. Über den gesamten Lebenszyklus eines Kernkraftwerks betrachtet bleiben die Kohlendioxidemissionen pro erzeugter Kilowattstunde jedoch im Vergleich zu allen fossilen Energieträgern verschwindend gering: Gerade einmal 16 bis 32 Gramm CO2 werden frei – im Gegensatz zu bis zu 1 230 Gramm im Fall der Braunkohle.

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