„Keine Bewegung“
Bau-Tarifverhandlungen ohne neuen Termin ausgesetzt

Die Tarifverhandlungen in der deutschen Bauwirtschaft sind am späten Dienstagabend ohne neuen Verhandlungstermin ausgesetzt worden.

HB WIESBADEN. Die Tarifpartner hätten in der fünften Runde der Verhandlungen für die 800 000 Beschäftigten kein Ergebnis erzielen können, sagt die Sprecherin des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), Ilona Klein, in Wiesbaden. In den Verbandsgremien des ZDB werde nun beraten, ob eine Fortsetzung der Verhandlungen überhaupt noch Sinn mache.

Hauptstreitpunkt war nach Angaben beider Seiten die von den Arbeitgebern geforderte Öffnungsklausel, mit der die Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 42 Stunden ohne Lohnausgleich möglich wäre. „Wir haben weiterhin klargemacht, dass wir eine solche Öffnungsklausel nicht mittragen können“, sagte der Sprecher der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Michael Knoche.

ZDB-Verhandlungsführer Frank Dupré zeigte sich enttäuscht, dass die Gewerkschaft „nicht über ihren Schatten gesprungen“ sei. Die Verlängerung der Arbeitszeit sei unverzichtbar, um die tarifgebundene Bauunternehmen konkurrenzfähig zu machen. Nur so sei eine Beschäftigungssicherung möglich.

Dem Vorschlag der IG BAU, Vereinbarungen über die Arbeitszeit in Form von Haustarifen statt mit einer Öffnungsklausel zu regeln, erteilte die Arbeitgeberseite eine Absage. „Haustarife für die mehr als 70 000 Baubetriebe sind nicht praktikabel und realitätsfern“, sagte Dupré. Weitere Knackpunkte in den Verhandlungen waren nach ZDB- Angaben die Einführung eines Leistungslohnsystems, die Senkung der Urlaubskosten sowie gemeinsame Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung.

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