Keine Frühjahrsoffensive geplant
Jung: Tornados Mitte April in Afghanistan einsatzbereit

Ungeachtet der Verfassungsklage der Linkspartei werden die deutschen Tornados Mitte April in Afghanistan einsatzbereit sein. Das hat Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) im Handelsblatt-Interview (Montagsausgabe) betont.

BERLIN.Er mache sich keine Sorge wegen der Klage. "Wir haben ein klares Uno-Mandat und der von den Linken erhobene Vorwurf, die Operation sei völkerrechtswidrig, ist absurd. Es bleibt dabei: Mitte April sind die Flieger in Afghanistan einsatzbereit - und dort werden sie auch dringend für die Aufklärung gebraucht."

Zugleich betonte Jung, dass es keine "Frühjahrsoffensive" der Nato-Truppen in Afghanistan gebe. "Wir führen zurzeit die Operation Adler in die Operation NovRUZ über, was übersetzt „neues Jahr“ bedeutet. Hierbei geht es vor allem um die Vernetzung von Sicherheit und Wiederaufbau in ganz Afghanistan." Die ISAF-Soldaten würden dabei durch insgesamt 20 000 afghanische Streitkräfte und afghanische Polizisten unterstützt.

Der Verteidigungsminister widersprach zudem SPD-Fraktionschef Peter Struck, der von einem Kampfeinsatz gesprochen hatte. "Es handelt sich nicht um einen Kampfeinsatz: Tornados haben zwei Funktionen - aufklären und kämpfen. Im aktuellen Mandat ist allerdings nur die Aufklärung gefragt - und dabei bleibt es auch." Zwar könne es im Rahmen des Afghanistan-Einsatzes zu Kampfhandlungen kommen, "ein gewisses Risiko" sei deshalb mit dem Einsatz verbunden. Es sei aber gering, weil die Tornados auf mehr als 8000 Metern Höhe und mit einer Geschwindigkeit von über 1000 Stundenkilometer flögen. "Als ich kürzlich mit dem Generalinspekteur zweimal zur Landung in Kabul mit der Transall ansetzen musste, war ich sicher ein leichteres Ziel für terroristische Angriffe", sagte Jung dem Handelsblatt. Die Bundeswehr tue alles, um die Sicherheit der Soldaten möglichst vollständig zu gewährleisten.

Weitere Anforderungen der Nato-Partner erwartet Jung nicht. "Weder die Bundeskanzlerin noch ich kennen neue Anforderungen." Es sei innerhalb der Nato zuletzt sehr begrüßt worden, dass Deutschland Unterstützung mit den Tornados leisten. "Wir leisten ja bereits Aufbauarbeit im Süden, vor allem mit verschiedenen Entwicklungshilfeprojekten. Die Bundeswehr hat dagegen einen klaren Auftrag für den Norden übernommen." Dort sei der deutsche Beitrag offensichtlich so erfolgreich, dass nach Angaben der afghanischen Regierung über 80 Prozent der Bevölkerung die Arbeit der Bundeswehr befürworteten. "Nur in Ausnahmefällen unterstützt die Bundeswehr die Truppen im Süden Afghanistans."

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