Keine „Miet-Demonstranten“
Kassenärzte wehren sich gegen Vorwürfe

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich gegen den Vorwurf gewehrt, „Miet-Demonstranten“ zum Protest gegen die Gesundheitsreform eingesetzt zu haben. Entsprechende Berichte seien „von vorne bis hinten falsch“.

HB BERLIN. In Presseberichten hieß es, 170 der 200 Teilnehmer einer Demonstration am vergangenen Donnerstag habe ein Hostessen-Service für jeweils 30 Euro Tagespauschale gestellt. KBV-Vorstandschef Andreas Köhler erklärte dazu am Samstag in Berlin, der Bericht der „Bild“-Zeitung sei „von vorne bis hinten falsch“. Bei der Veranstaltung habe es sich nicht um eine Demonstration, sondern den Abschluss einer PR-Kampagne gegen die Gesundheitsreform gehandelt.

Rund 170 Personen hätten die 400 Meter lange Garderobe aufgebaut und auf ihren Schultern getragen, sagte Köhler. Diese Mitarbeiter seien von einem externen Dienstleister zum Aufbau der Garderobe engagiert worden. Dies sie auch so kommuniziert worden. Die Arztkittel seien bundesweit von Ärzten gespendet worden. Insgesamt seien rund 12 000 Kittel zusammengekommen, die nun an Krankenhäuser nach Benin in Westafrika geliefert würden. Köhler betonte: „Die KBV hat nie zu einer Demonstration vor dem Reichstag aufgerufen, beziehungsweise nie davon gesprochen, eine solche gegen die Gesundheitsreform durchzuführen.“ Die KBV behalte sich presserechtliche Schritte gegen die Berichterstattung vor.

Die stellvertretende SPD-Fraktions- und Parteichefin Elke Ferner hatte der Zeitung zu dem Bericht über angebliche „Miet-Demonstranten“: „Das zeigt die wahre Gesinnung, dass man für sein eigenes Anliegen nicht selbst demonstriert, sondern dafür Berufs-Protestler anheuert.“

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