Keine Opferrolle für die AfD
Zentralrat der Muslime rät zur Wahl von Glaser

Überraschende Wahlempfehlung vom Zentralrat der Muslime: Die Parlamentarier sollten den AfD-Kandidaten Albrecht Glaser ruhig zum Bundestagsvizepräsidenten wählen – obwohl ihn der Zentralrat als „Islamhasser“ ansieht.
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BerlinDer Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) rät dazu, den umstrittenen AfD-Kandidaten Albrecht Glaser zum Bundestagsvizepräsidenten zu wählen. „Ich habe zwar vollsten Respekt für die Abgeordneten, die bei der Abstimmung über den AfD-Kandidaten mit „Nein“ gestimmt haben, und ich verstehe auch ihre Beweggründe“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek der Deutschen Presse-Agentur. Man dürfe der AfD aber „nicht diese Opferrolle“ zugestehen.

Aus seiner Sicht wäre es daher besser, den Kandidaten der AfD als einen von sechs Stellvertretern von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zu akzeptieren. Mazyek sagte: „Dann müssen wir eben damit klarkommen, dass wir einen Islamhasser und Rassisten als Bundestagsvizepräsidenten haben - das ist Deutschland 2017, das ist traurig, aber wahr.“

Glaser hatte am Dienstag in der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestages als einziger Kandidat nicht die nötige Mehrheit erhalten. Abgeordnete anderer Parteien hatten dem 75-Jährigen vorgeworfen, er habe die Religionsfreiheit der in Deutschland lebenden Muslime in Abrede gestellt. Glaser weist diesen Vorwurf zurück.

In einer Rede bei einer AfD-Veranstaltung im vergangenen April hatte er gesagt: „Wir sind nicht gegen die Religionsfreiheit. Der Islam ist eine Konstruktion, die selbst die Religionsfreiheit nicht kennt und die sie nicht respektiert. Und die da, wo sie das Sagen hat, jede Art von Religionsfreiheit im Keim erstickt. Und wer so mit einem Grundrecht umgeht, dem muss man das Grundrecht entziehen.“ Glaser hatte 2016 zusammen mit der damaligen AfD-Chefin Frauke Petry an einem Treffen mit Mazyek teilgenommen. Das Treffen endete im Streit.

Mazyek sagte, Glaser präsentiere in seinen öffentlichen Äußerungen eine „Betonauslegung des Islam, die bei den Muslimen in Deutschland überhaupt nicht mehrheitsfähig“ sei. Das Islamverständnis des AfD-Politikers sei dem Religionsverständnis radikaler Salafisten zum Verwechseln ähnlich. Gleichzeitig liefere die AfD eine Steilvorlage für Salafisten, die ständig behaupteten, „Deutschland hasst uns, wir sind hier nicht gewollt.“

Die Geschäftsordnung des Bundestages sieht vor, dass jede Fraktion einen Bundestagvizepräsidenten stellen darf. Die AfD will an Glaser festhalten und vorerst keinen Ersatzkandidaten präsentieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Leider sind uns viele Muslime und deren Organisationen feindlich gesinnt. Das normale Maß an Toleranz kann daher oftmals schon zu viel sein - leider.

    Letztes unrühmliches Beispiel:

    "Die Organisatoren eines Judo-Wettkampfs in Abu Dhabi kündigten an, die israelische Hymne nicht abzuspielen. Auch Landessymbole waren verboten.
    Bei der Siegerehrung der Klasse bis 66 Kilo war stattdessen die Hymne des Judo-Weltverbands IJF zu hören, dessen Flagge auch unter das Hallendach gezogen wurde."

    aus:

    https://www.welt.de/sport/article170105309/Veranstalter-verweigert-Hymne-Israeli-singt-trotzdem.html

  • Die Scharia mit ihrem Rechtsverständnis ist integraler Bestandteil des Islam, insofern ist der Islam mehr als nur eine Religion sondern auch ein politisches Konstukt , wie man es in vielen islamisch geprägten Ländern besichtigen kann, von der islamischen Republik Iran, über das wahabitsche Saudi-Arabien, den Golfstaaten, jetzt neuerdings der Türkei u.s.w.

    Dass die Scharia nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, erscheint offensichtlich, viele Suren des Koran sind es auch nicht, wo z.B zur Diskriminierung von anderen Religionen und deren Anhänger aufgerufen wird.

    Die Argumentaton von Hern Glaser ist stringent, wenn er den einzelnen Mulimen die Ausübung ihrer religiösen Praxis , wegen des enstsprechenden Artikel im Grundgesetzt zugesteht und zusichert, den Islam als politisches Konstrukt und sein Rechtsystem dagegen kritisch betrachtet.

    Religionskritik ist in diesem Land nicht verboten und wurde bislang nicht sanktioniert

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