Keine Verlängerung der Wochenarbeitszeit
Tarifverhandlungen in der Baubranche

Am Montag haben in der deutschen Baubranche die diesjährigen Tarifverhandlungen begonnen, in denen es vorrangig um die Arbeitsplatzsicherung gehen soll. In der angestrebten Vereinbarung der IG Bau sollen vereinbarte Lohnerhöhungen an die Arbeitgeber zurückfließen, wenn die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

HB BERLIN. Zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die knapp 800 000 Beschäftigten am Bau haben die Arbeitgeber überraschend ein eigenes Modell zur Arbeitssicherung vorgelegt. „Wir wollen einen festen Jahreslohn, damit im Winter nicht mehr entlassen werden muss“, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Werner Kahl, am Montag in Berlin.

Im Sommer soll mehr gearbeitet werden, um die Überstunden auf einem „Stundenkonto“ für den Winter zu sammeln. Am späten Nachmittag wurde weiter verhandelt. Der Ausgang der ersten Runde war zunächst unklar.

Nach dem Vorschlag der Arbeitgeber sollen die Beschäftigten in der Woche 42 statt bisher 39 Stunden arbeiten. „Ob mit oder ohne Lohnausgleich, soll jeder Betrieb selbst entscheiden“, sagte Kahl, der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes ist. Nur so könnten die Unternehmen des Baugewerbes günstigere Angebote machen und mit ausländischen Firmen konkurrieren.

Nach Ansicht der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sollen Firmen, die im Winter nicht entlassen, aus einem Lohnfonds eine Prämie erhalten. Die 42-Stunden-Woche wurde zunächst abgelehnt. „Das würde die Änderung des Rahmentarifvertrages bedeuten, der läuft bis 2006 und ist damit heute kein Thema“, sagte IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel. Nach den Vorstellungen der Gewerkschaft sollen 2,2 Prozent der Bruttolohnsumme in einen Beschäftigungssicherungsfonds fließen. Damit im Winter wegen des Wetters nicht mehr entlassen werden muss, soll die Jahresarbeitszeit flexibilisiert werden.

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