Kennzeichen-Idee

GdP spricht von „Klamauk-Politik“

Bekommt Usedom sein „USE“ und Plauen sein „PL“? Bei Kfz-Kennzeichen sollen Kreise und Städte mehr Freiraum bekommen, alte Regionalkürzel sollen wieder her. Polizisten fürchten Erschwernisse.
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Städte und Gemeinden sollen ihre Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen dürfen. Quelle: dpa

Städte und Gemeinden sollen ihre Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen dürfen.

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BerlinDie Deutsche Polizeigewerkschaft kritisiert die geplante Lockerung bei den Autokennzeichen als „Klamauk-Politik“ und warnt vor einem Anstieg ungeklärter Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. „Wer Lokalpatriotismus zu seinem Kuhdorf zeigen will, soll das über einen Aufkleber am Kofferraum tun - aber bitte nicht über das amtliche Kfz-Kennzeichen“, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag).

Wendt befürchtet, durch den größeren Freiraum der Kreise und Städte werde die Arbeit der Polizei erschwert. „Die Kollegen werden die kryptischen Buchstabenkombinationen kleiner Ort schwerer entziffern können. In der Folge wird es schwerer werden, die Täter bei Ordnungswidrigkeiten und Straftaten zu ermitteln.“ Das Bundesverkehrsministerium plant, Städte und Gemeinden die ersten Buchstaben von Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen zu lassen.

Grünen-Verkehrsexperte Anton Hofreiter kritisierte die Idee von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer als „typisches Ablenkungsmanöver“. „Es fällt doch auf, dass der Verkehrsminister immer wieder solche Symbolthemen gerade dann setzt, wenn es an anderer Stelle wie beim Berliner Großflughafen Probleme gibt“, sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag).

Ramsauers Plan sei zwar „ein interessanter Vorschlag“. Dieser wirke aber noch „etwas unausgegoren und nicht hundertprozentig durchdacht“, sagte Hofreiter. So sei unklar, wo die Grenzen bei der Vergabe von Kennzeichen liegen sollten. Außerdem stelle sich schon die Frage, „ob es aktuell nicht noch wichtigere Aufgaben in der Verkehrspolitik gibt“.

Ramsauers Staatssekretär Andreas Scheuer verteidigte die Pläne. „In einigen Bundesländern gibt es ein großes Interesse daran, die alten regionalen Kennzeichen wieder einzuführen“, sagte Andreas Scheuer (CSU) der Zeitung. „Kfz-Kennzeichen sind für viele Autofahrer noch immer etwas sehr Emotionales.“

In Bayern stoßen die Pläne nach Informationen der Zeitung allerdings auf Ablehnung: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wolle die Neuregelung nicht einführen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Berliner Regierungskreise.

  • dpa
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12 Kommentare zu "Kennzeichen-Idee: Polizeigewerkschaft spricht von „Klamauk-Politik“"

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  • Genau: "Klamauk"-Politik von einnem minderausgelasteten Ressortchef.

    Der war nicht immer so schlecht und steht eher für aufrechte konservative Werte. Aber jetzt sollte man das Verkehrsministerium einfach AUFLÖSEN und in das Wirtschaftsministerium integrieren.

    Außer Sachen wie Flensburgreförmchen, Mautgeschwätz, Schweigen zu Berlin, Mongoleireise... kommt da nichts Vernünftiges mehr.....

  • "Crazy Horst" ist der oberste Klamaukpolitiker; Ramsauer, Söder, Drobrindt, Guttenberg, Friedrich etc. sind das Gefolge. OB die Bayern das wollen?
    Hinter den tiefen Augenringen und den grauen Haaren des Herrn Raumsauer verbergen sich die tagtäglichen Überlegungen, mit möglichst wenig Aufwand die meisten Stimmen zu erhaschen und nicht gute Verkehrspolitik zu machen.
    Populismus mit ständig neuen Sauen im Dorf.

  • Unvorstellbar mit welchen unsinnigen Sachen Politker sich beschäftigen. Gibt es nichts Wichtigeres zu tun. Den Ramsauer sollte man in die Wüste schicken.

  • Das finde ich toll, wenn auch das kleinste Nest sein eigenes Kfz-Kennzeichen hat. Das ist gelebte Heimatverbundenheit und das befördert das creative Kennzeichenraten bei langen Autofahrten mit quängelnden Kindern. Auch die Kassen der Kommunen könnten klingeln, denn die Schilder kosten ja mehr als 10 Euro!
    Weiter so. So bewältigen wir die Krise!

    HVL-WH

  • Unglaublich, haben wir noch andere Probleme????!!!

    Nein, denn sonst könnte es nicht sein, dass so ein dummes Geschwafel über neue Kennzeichen in die Welt gesetzt wird. Der Mann hat keinen Cent verdient, den wir ihm zahlen! Was hat er denn bis heute gleistet? Nur heisse Luft!

    Schrecklich was für eine dreiste Regierung wir haben!

  • Kennnzeichen - Klamauk
    Die Idiotie in ihrem lauf hält weder Ochs noch Esel auf.
    Andere Probleme und Sorgen in der Verkehrspolitik gibt es
    für Herrn Ramsauer wohl nicht.
    Womit haben wir das bloß verdient?

  • Was hat die CSU doch für intelligente und kreative Politiker, angefangen beim großen Vorsitzenden! Man sollte Ramsauer zum Kölner Faschings-Präsidenten auf Lebenszeit berufen - Motto: Klamauk, Schall und Rauch. Und für ihn vielleicht ein eigenes Kennzeichen. Wie wär's mit: RS-AU?

  • @ willi:
    Genau :-)

    Selten genug richten Politiker mit ihrer Arbeit mal keinen Schaden an.

    Also lasst sie das machen. Viele wirds freuen, auch wenn es so vieles Wichtigeres zu tun gibt. Die Jungs (& Mädels) sind jetzt einige Zeit damit beschäftigt & machen in dieser Zeit keinen schlimmeren Blödsinn...

  • Endlich mal eine richtig gute Idee, die nichts kostet und viele freut!

  • Was für ein geistiger Dünnschiss. Als ob wir in Deutschland und Europa keine anderen Probleme hätten.

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