Kernenergie
Merkel will keine Mitgliederbefragung zum Atomausstieg

Bundeskanzlerin Merkel lehnt eine Befragung der CDU-Mitglieder zum Thema Atomkraft ab. Der Ausstieg sei ein zu komplexes Thema, als dass es mit "Ja oder Nein" geklärt werden könne, sagte Merkel.
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Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine Mitgliederbefragung in der CDU zum angestrebten schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie ab. "Ich halte davon nicht so viel, weil es nicht nur um die Ausstiegsszenarien geht", sagte die Parteivorsitzende in einem Beitrag für das parteieigene "CDU.TV". Teil der Energiewende seien auch sehr komplizierte Fragen, wie schnell etwa neue Stromnetze gebaut und alternative Energieformen genutzt werden könnten. Das eigne sich nicht für ein "Ja oder Nein".

Hintergrund des Podcasts der Kanzlerin ist die breite und kritische Debatte in der CDU über die Korrektur der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Bereits bei einem energiepolitischen Fachgespräch in der CDU-Zentrale hatten zahlreiche Parteifunktionäre am Montagabend den Kurs heftig kritisiert. Merkel betonte, die Union werde sich bei der Energiewende von den drei Kriterien Wirtschaftlichkeit, Bezahlbarkeit und Umweltfreundlichkeit leiten lassen.

Die Mitglieder seien zudem in die Debatte mit einbezogen. "Wir werden natürlich dann, wenn wir Ergebnisse (der beiden Kommissionen) haben, dann auch noch einmal zur Verfügung stehen", betonte Merkel. Umweltminister Norbert Röttgen werde sich etwa den Landesvorständen stellen, "oder dort, wo er eingeladen wird, den Mitgliedern", betonte die CDU-Chefin.

Ausdrücklich verwies die Bundeskanzlerin darauf, dass die Strompreise künftig bezahlbar bleiben müssten. Außerdem müsse Deutschland in der Lage bleiben, den Strom, den es verbraucht, auch zu produzieren. "Deshalb müssen wir sozusagen ein Netto-Exporteur von Strom bleiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kernenergie: Merkel will keine Mitgliederbefragung zum Atomausstieg"

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  • Das die CDU/CSU gegen Volksentscheide sind ist ja wohl hinlänglich bekannt und viele interessiert es nicht. Als CDU-Mitglied würde ich aber mal auf den Tisch hauen und austreten, da nicht so genau feststeht wofür denn die Mitglieder eigentlich gebraucht werden? Ach ja wie in Eurpa, als Zahlmeister.

  • Wo kämen wir denn da hin. Die Union hat zu wollen was Angela will, selbst wenn sie das selbst nicht so genau weiß.
    Aus! Basta! Alternativlos!

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