Kernkraftwerke: Stadtwerke fordern Ausgleich für längere Laufzeiten

Kernkraftwerke
Stadtwerke fordern Ausgleich für längere Laufzeiten

Die Stadtwerke fordern einen Ausgleich für eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke. Sie haben ein detailliertes Konzept entwickelt, mit dem die Kernkraftwerksbetreiber zu einer Kompensation verpflichtet werden sollen.
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BERLIN. "Wir sehen eine Laufzeitverlängerung kritisch, weil sie die Erzeugungsstrukturen und somit die Marktmacht der großen vier Stromkonzerne zementiert. Wenn die Bundesregierung ihr Ziel erreichen will, für mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt zu sorgen, muss sie die Kernkraftwerksbetreiber bei einer Laufzeitverlängerung dazu verpflichten, ineffiziente Braun- und Steinkohlekraftwerke stillzulegen", sagte Sven Becker, Geschäftsführer des Stadtwerkeverbundes Trianel, dem Handelsblatt. Trianel ist ein Netzwerk von knapp 50 Stadtwerken, die gemeinsam Kraftwerke bauen und betreiben.

Mehr Investitionsbereitschaft, größere Versorgungssicherheit

Durch die Stilllegung bestehender Kohlekraftwerke würden Investitionsbereitschaft und Versorgungssicherheit erhöht, zugleich diene der Schritt dem Klimaschutz, sagte Becker. "Die Bundesregierung sollte das von vornherein in ihre Überlegungen einbeziehen, wenn sie jetzt die Ausgestaltung der Laufzeitverlängerung in Angriff nimmt", sagte Becker.

Damit mischen sich die Stadtwerke direkt in die aktuelle Debatte um die Verlängerung der Laufzeiten ein. Kanzlerin Angela Merkel hatte am vergangenen Wochenende erstmals einen konkreten Zeitrahmen für eine Verlängerung genannt: Sie halte "zehn bis 15 Jahre" für angemessen.

Die Stadtwerke wehren sich seit Monaten gegen die Laufzeitverlängerung. Bereits im März hatten sich 150 Stadtwerke und Regionalversorger zusammengeschlossen und von der Bundesregierung gefordert, die Kernkraftwerksbetreiber im Falle einer Laufzeitverlängerung zur Abgabe von Stromerzeugungskapazitäten zu verpflichten. Anderenfalls seien Investitionen der Stadtwerke in neue Kraftwerke gefährdet. Stadtwerke erzeugen derzeit zehn Prozent des Stroms in Deutschland. Die Stadtwerke beriefen sich im März auf ein Gutachten des Beratungsunternehmens Enervis und der auf Energierecht spezialisierten Anwaltskanzlei Becker Büttner Held, das nun um konkrete Vorschläge für Kompensationsmaßnahmen ergänzt wurde. Die Ergänzungen wurden von Enervis erarbeitet.

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