Kersten muss BKA-Chefsessel räumen
Schily räumt Fehler ein

Bundesinnenminister Otto Schily zieht die Konsequenzen aus dem seit Wochen schwelenden Streit um den Umzug von Teilen des Bundeskriminalamtes: BKA-Chef Ulrich Kersten muss den Chefsessel räumen. Ein Nachfolger ist bereits gefunden: Jörg Ziercke, bisher Abteilungsleiter Polizei im Innenministerium von Schleswig-Holstein.

HB BERLIN. Kersten werde in den einstweiligen Ruhestand versetzt, erklärte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) am Donnerstag in Berlin. Schily betonte, die Ablösung Kerstens habe nichts mit dessen fachlicher Qualifikation zu tun. Es gebe „objektive Umstände“, die Kerstens Verbleib im Amt im Wege stünden. Der Minister räumte selbst Fehler in der Umzugsdebatte ein. Zugleich erneuerte er seine Zusage, den Plan für eine Verlagerung großer Teile des BKA von Wiesbaden nach Berlin „ergebnisoffen“ zu prüfen.

Kersten war wegen des von Schily zu Jahresbeginn überraschend bekannt gemachten Plans unter Druck geraten, große Teile der Polizeibehörde des Bundes von Wiesbaden nach Berlin zu verlegen. Der Standort Meckenheim bei Bonn sollte komplett aufgegeben werden. Kersten hatte die Umzugspläne ausgearbeitet und dies auch mit Schily abgesprochen. Kersten und Schily wurde vorgeworfen, das Projekt rücksichtslos an den Interessen der Mitarbeiter vorbei betrieben zu haben. Innerhalb des BKA, aber auch in den Ländern hatte es massive Proteste gegeben.

Schily lobte ausdrücklich die Verdienste Kerstens und kündigte an, dass er ihn mit einem neuen Posten betrauen wolle. Für den Spitzenbeamten komme eine hochrangige internationale Aufgabe in Betracht. Für Ziercke als neuen BKA-Chef spreche, dass er Erfahrung bei der Umsetzung schwieriger Umorganisationen habe. Das SPD-Mitglied Ziercke war 1967 in den Polizeidienst eingetreten. Der 56-Jährige war unter anderem an der Reform der schleswig-holsteinischen Polizei beteiligt. Neben Kersten wird in der BKA-Spitze auch der stellvertretende Behördenleiter Rudolf Atzbach abgelöst.

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