KfW-Studie Deutschland profitiert vom Euro

Angesichts der Euro-Krise kommt Sehnsucht nach der D-Mark auf. Aber ohne den Euro stünde Deutschland weniger gut da, befindet die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Sie hält auch nach, wie sich die Rettungskosten auswirken.
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Zu Karneval 1998 halten Narren krampfhaft an der D-Mark fest. Quelle: ap

Zu Karneval 1998 halten Narren krampfhaft an der D-Mark fest.

(Foto: ap)

FrankfurtDer Euro bringt Deutschland nach Angaben der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Wohlstandsgewinn von jährlich bis zu 30 Milliarden Euro.

In den vergangenen zwei Jahren habe die Mitgliedschaft in der Währungsunion der deutschen Volkswirtschaft 50 bis 60 Milliarden Euro beschert, sagte der Chefvolkswirt der Bank, Norbert Irsch, der «Frankfurter Rundschau» (Donnerstagausgabe). «Um diesen Betrag wäre die wirtschaftliche Leistung weniger gestiegen, wenn wir die D-Mark gehabt hätten.»

Die Staatsbank hatte in einer Studie die wirtschaftliche Entwicklung mit und ohne den Euro durchgerechnet. Das Ergebnis zeigt, dass die Währungsunion nicht schade, sondern Deutschland nutze, betonte Irsch.

So profitiere die Exportwirtschaft davon, dass der Euro weniger aufwerte als die D-Mark. Zudem wären die Zinsen in den vergangenen beiden Jahren höher gewesen, wären sie von der Bundesbank allein mit Blick auf die deutsche Situation festgelegt worden.

Selbst unter Berücksichtigung der Kosten für die Rettungsmaßnahmen für die überschuldeten Euro-Mitgliedsstaaten sei die Währungsunion von Vorteil, sagte der KFW-Chefvolkswirt der Zeitung. «Die Euro-Rettung lohnt sich, nicht nur für Deutschland, sondern für jedes einzelne Mitgliedsland der Euro-Zone», betonte Irsch.

  • afp
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90 Kommentare zu "KfW-Studie: Deutschland profitiert vom Euro"

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  • Diejenigen, die solchen Wohlstandsgewinns-Meldungen misstrauen, sollten doch verlangen, dass, anstatt dass Griechenland den EURO verlassen muss, den es sich angeblich durch Meldung falscher Haushaltszahlen nach Brüssel erschlichen hat (solche Methoden wurden doch von allen Euroländer praktiziert), könnte doch sein, dass Deutschland den EURO verlassen muss. Ein Weg, den die Deutsche Regierung nicht nehmen möchte! Warum eigentlich nicht?

  • Wie viele Luftbuchungen und Fehlbeurteilen sind diesmal
    in dieser Statistik enthalten? Der KfW zu vertrauen,
    dazu gehört schon viel Mut. Oder, ist sie auch schon,von
    Merkel und Schäubles Gnaden zum Sprachrohr " Euro " mutiert?
    Jedenjalls keine vertrauensvolle Aussage.Da Glauben wir doch mehr unserem gesunden Menschenverstand.

  • Sie behaupten, Ahnung von Wirtschaft zu haben. Besser wäre es, nicht Ahnung, sondern Kenntnis zu haben. Dann würden Sie nicht von einem "besseren Wechselkurs" reden.

  • Die KfW ist eine Staatsbank, die dem Propagandaministerium unterstellt ist. Noch Fragen?
    Durchhalteparolen à la Goebbels... Der Volkssturm für die Eurorettung ist schon aufgestellt...

  • Der ganze Beitrag ist eine einzige Frechheit.
    Die Behauptungen lassen sich durch nichts belegen.
    Man könnte meinen, Deutschland sei vor 10 Jahren
    noch aufgrund der DM ein Entwicklungsland gewesen.

  • Irsch ist nicht unabhängig sondern quasi Angestellter der Regierung. Gerade solche Berechnungen wie oben angeführt lassen sich durch Annahmen beliebig manipulieren. man könnte irsch auch als den persönlichen Lobbyisten der Merkel bezeichnen. Weniger abhängige Experten kommen zu deutlich anderen ergebnissen( letzte Ausgabe der zeit-fragen,ch) Unsere Netto Transferleistungen in die EU Staaten sind extrem hoch. genutzt wurden diese unsere Milliarden für Prestigebauten und wirtschaftlich sinnlose Investitionen wie zb Fussballstadien oder Pensionszahlungen an verstorbene Regierungsbeamte....
    zur DM-Aufwertung: heisst besser Abwertung der anderen Währungen; das Regulativ das Europa stabilisierte und zwar über jahrzehnte hinweg. Der Motor der unseren wirtschaflichen Fortschritt durch Zwang zur Kostenreduzierung garantierte.
    Seit der €-Einführung hatten wir keinen Nettozuwachs mehr bei den Einkommen(ausser bei Bankstern); die gesamten öffentliche Dienstleistungen wurden reduziert(Bildung); dito mit dem Strassen, der Bahn, der kultur....
    ach ja - Renten und Alk, Bafög nicht zu vergessen, Gesundheitswesen...
    Wie man den Aufwertungsdruck handhabt sehen wir bei den Schweizern.

  • @Brasso
    Keine Angst, ich verwechsele überhaupt nichts.

    Glauben Sie mir, dass internationale und nationale Anleger durchaus abwägen, ob sie Geld in Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen stecken. Und wenn dann aufgrund eines manipulierten Rendite-Risiko-Profils ausländische Staatsanleihen attraktiver werden als deutsche Unternehmensanleihen, dann müssen deutsche Unternehmen halt einen höheren Zinssatz zahlen als ohne Euro, wodurch sich weniger Investitionen lohnen und dementsprechend weniger investiert wird.

    Außerdem investieren nicht alle Anleger zwangsläufig in Anleihen. Das mag zwar Ihr (Mainstream-) Eindruck sein, jedoch gibt es noch genügend geschlossene Fonds, vermögende Privatinvestoren, auch Assetmanagement-Abteilungen von Versicherungen und Banken, Hedgefonds und Vermögensverwaltungen, die durchaus einen Teil ihrer Gelder z.B. in Immobilien(projekte) oder andere sich aus ihrer Sicht lohnende Projekte stecken. Dabei zählt für Teile dieser Akteure bzw. Teile der verwalteten Gelder einzig und allein das Rendite-Risiko-Profil, egal ob Staatsanleihe oder realwirtschaftliches Projekt.
    Und wenn dann z.B. ein solches Projekt in Deutschland ein geringes Risiko und eine erwartete Rendite von 5% p.a. hatte, dafür aber Staatsanleihen bspw. in Spanien 5,5% plus implizite Haftung des deutschen Steuerzahler haben, dann haben in einer solchen Situation viele Anleger ihr Geld lieber in südeuropäische Staatsanleihen gesteckt. Oder sie haben dort direkt in die Immobilienblase „investiert“. Glauben Sie mir: An der spanischen Küste stehen reihenweise ganze Hotelkomplexe mit mehreren Golfplätzen leer, die ausländische Investoren finanziert haben. Ohne den Euro wären niemals so viele Gelder dort hinein geflossen, sondern zumindest ein größerer Teil dieser Gelder – wie bis zur Euro-Einführung eben auch – in hiesige Investitionsprojekte in Deutschland.

  • sagt Stephen King, der Chefökonom der HSCB (Hongkong and Shanghai Banking Corporation)

    Vor zwanzig Jahren wurde die Sowjet­union aufgelöst. Korrekt gesagt: Sie fiel auseinander. Ähnlich wie auf dem Balkan der Vielvölkerstaat Jugoslawien zerfiel, war auch dem Vielvölkerstaat der Sowjetunion das Ende beschieden, als Perestrojka zuvor das Signal zur Auflösung gegeben hatte. Die folgende GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) war nur ein Gebilde ohne grosses Eigenleben. Die Russen mussten sich mit dem geschrumpften Russland und einer Serie sich sehr eigenständig gebärdender Nachbarn arrangieren. Der Rest ist Geschichte …
    Jetzt stellen sich bereits erste, besonnene Leute die Frage, ob der EU das gleiche Schicksal bevorstehe. «Die Eurozone zerbricht – so wie die Sowjet­union» ist das Fazit einer ausführlichen Studie von Stephen King, dem sehr angesehenen, wenn auch oftmals radikalen Chefökonomen der internationalen Grossbank HSCB (Hongkong and Shanghai Banking Corporation). Für ihn ist es klar: Der «Club Med»

  • @VWLer

    Als BWLer würden sie eine Anlage und eine Investition nicht verwechseln.
    Was bitteschön hat eine Anlage in Staatsanleihen mit Arbeitsplätzen zu tun? Arbeitsplätze werden durch Investitionen geschaffen.
    Die Geldschieberei mit Staatsanleihen hat erst einmal nichts mit der Realwirtschaft, und damit auch nichts mit Investitionen zu tun.

  • "Deutschland profitiert vom Euro": Bösartige Lüge

    Vorneweg:
    Kurzstatement von Prof. Sinn zu der Aussage, Deutschland habe vom Euro profitiert:
    Siehe: http://is.gd/u6HKJc

    Fakt ist:
    - Deutschland ist von allen Eurozonenländern zusammen mit Italien das Land mit der schlechtesten Wirtschaftswachstumsperformance. Wachstumssieger sind Griechenland und Irland - mit dreimal höheren Raten.

    - In Deutschland sanken als einzigem Euroland kontinuierlich Reallöhne, Renten und Sozialleistungen. Anders in sämtlichen anderen Eurozonenländern. Bsp. Griechenland: Real(!)lohnplus von 40%.

    - Die Kaufkraft vieler Berufsgruppen hat sich in Deutschland seit den 90er Jahren teilweise halbiert. Siehe: http://is.gd/qLOg1T

    - Selbst Springer muss bzgl. der Lebensqualität zugeben: Deutschland ist das Entwicklungsland Europas. Siehe: http://is.gd/0KDTw4

    - Der Deutsche konsumiert immer weniger - dies belegen rückläufige Einzelhandels-Umsatzzahlen der Deutschen Bundesbank vom Mai, so Heiner Flassbeck, UNO-Chefvolkswirt für Welthandel und Entwicklung. Der Vergleichsindex, in den USA das entscheidende Kriterium, sei in den letzten 13 Jahren um sieben Prozent abgefallen.
    Siehe: http://is.gd/WrKE7n


    Prof. Hans-Werner Sinn zieht nach 10 Jahren Euro eine haarsträubende Bilanz für Deutschland. Siehe dieses Video: http://youtu.be/tvcN1gkaEew


    Ein Argument Sinns: Von 1,622 Billionen Euro gesamtwirtschaftlicher Ersparnisse in Deutschland, die als reale Investitonssume in 8 Jahren Euro hierzulande möglich gewesen wären, flossen insgesamt 1,067 Mrd. Euro (66%) ins Ausland ab. Davon widerrum nur 200 Mrd. in Direktinvestitionen, der "Rest", rund 800 Mrd. Euro, in einen völlig annonymen Kapitalexport durch Versicherungen und Banken (Kredite, Anleihen...). Dieses Geld ist es, welches zu einem Bau- und Konsumboom in der südlichen Peripherie führte, doch das Wachstum war auf Pump finanziert. Unterdessen brachen in Deutschland die Investitionen ein, der Konsum stagnierte.

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