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Kinderlärm: Zwischen zornigen Alten und lauten Kindern

Kinderlärm kann unangenehm sein. Und das wird er jetzt besonders für die Union. Denn dort ist ein Grabenkampf zwischen jung und alt entbrannt. Sollen Kitas in Zukunft in reinen Wohngebieten stehen dürfen, ohne dass dagegen geklagt werden darf?

Die All-Generationen-Ministerin Kristina Schröder. Quelle: dpa
Die All-Generationen-Ministerin Kristina Schröder. Quelle: dpa

BERLIN . Die eigene Klientel ist das Meer, das den Politiker liebt, trägt und nach oben spült. Unangenehm nur, wenn die Klientel sich gegenseitig an den Kragen geht. So ist Familienministerin Kristina Schröder nicht nur für Familien, Frauen und Kinder, sondern auch für Senioren zuständig - die vollkommene Mehrgenerationen-Glückseligkeit sozusagen. Das Idyll hat nun der Vize-Chef der Senioren-Union, Leonhard Kuckart, brutal zerstört. Alte Leute haben nach des Lebens Mühe ein Recht auf Ruhe und Kindergärten deshalb nichts in Wohngebieten verloren, findet der 79-jährige Ex-Landtagsabgeordnete aus NRW. Schließlich sei Kindergeschrei so laut wie ein Presslufthammer.

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Schuld ist Umweltminister Norbert Röttgen. Der will tatsächlich das Bundes-Immissionsschutzgesetz so ändern, dass Anwohner nicht mehr gegen Kitas in beschaulichen Wohnsiedlungen klagen können. Die Familienministerin hofft indessen, dass Kuckarts Aversion gegen Kinderstimmen eine Einzelmeinung ist. Sie baut darauf, dass zumindest Großeltern gut finden, wenn Enkel in der Nähe des Zuhauses in die Kita können.

Vielleicht sollte Schröder die Kleinen dennoch gegen die Alten schützen. Kuckart ist noch rüstig: Den jungen Parteifreund im Bundestag, Jens Spahn, wollte er jedenfalls "ungespitzt in den Boden rammen", als der sich erdreistete, eine außerplanmäßige Rentenerhöhung abzulehnen.

  • 23.02.2011, 18:42 UhrLumpsi

    Ich bin gerade ein halbes Jahr Rentner, benötige aber noch kein Hörgerät. Deswegen höre ich täglich Kinderlärm, der mich eigentlich auch gar nicht stört, solange er durch SPIELEN entsteht. Aber wieviel Eltern sind denn heute eigentlich noch in der Lage (zeitlich und inhaltlich)mit ihren Kindern zu spielen? Mitunter würde doch schon ein nettes Wort der Eltern genügen, um sinnloses rumbrüllen der Kinder zu vermeiden. Aber nee, die Kinder sind allein auf sich gestellt, zum "mitspielen" haben doch die wenigsten Eltern Zeit.
    Wie verhält es sich aber mit Ruhezeiten in Stadtordnungen? Da sind Zeiten festgeschrieben (z.B. Sonntag Mittag), in denen Ruhe zu halten ist. Ich habe manchmal den Eindruck, wir streiten nur um lautstarke Kinder. Es gibt aber auch andere. Das sind mit Sicherheit meist diejenigen, die auch als Jugendliche oder Erwachsene im ruhigen Ton miteinander kommunizieren können. Eine fehlende Kommunikationsfähigkeit bei Erwachsenen beginnt eben bereits im Kindesalter.

    Wir benötigen keine Legalisierung übertriebenen Kinderlärmes, sondern vielmehr Eltern, die mit ihren Kindern auch mal die Freizeit verbringen. In meinem Umfeld sehe ich täglich nur johlende Kindergruppen - ohne Eltern. Genau diese Eltern sind es aber, die das Recht auf übermäßigen Kinderlärm in Wohngebieten einfordern.

  • 23.02.2011, 18:41 UhrLumpsi

    Ich bin gerade ein halbes Jahr Rentner, benötige aber noch kein Hörgerät. Deswegen höre ich täglich Kinderlärm, der mich eigentlich auch gar nicht stört, solange er durch SPIELEN entsteht. Aber wieviel Eltern sind denn heute eigentlich noch in der Lage (zeitlich und inhaltlich)mit ihren Kindern zu spielen? Mitunter würde doch schon ein nettes Wort der Eltern genügen, um sinnloses rumbrüllen der Kinder zu vermeiden. Aber nee, die Kinder sind allein auf sich gestellt, zum "mitspielen" haben doch die wenigsten Eltern Zeit.
    Wie verhält es sich aber mit Ruhezeiten in Stadtordnungen? Da sind Zeiten festgeschrieben (z.B. Sonntag Mittag), in denen Ruhe zu halten ist. Ich habe manchmal den Eindruck, wir streiten nur um lautstarke Kinder. Es gibt aber auch andere. Das sind mit Sicherheit meist diejenigen, die auch als Jugendliche oder Erwachsene im ruhigen Ton miteinander kommunizieren können. Eine fehlende Kommunikationsfähigkeit bei Erwachsenen beginnt eben bereits im Kindesalter.

    Wir benötigen keine Legalisierung übertriebenen Kinderlärmes, sondern vielmehr Eltern, die mit ihren Kindern auch mal die Freizeit verbringen. In meinem Umfeld sehe ich täglich nur johlende Kindergruppen - ohne Eltern. Genau diese Eltern sind es aber, die das Recht auf übermäßigen Kinderlärm in Wohngebieten einfordern.

  • 13.02.2011, 14:35 UhrAnonymer Benutzer: yahel

    @ Wolfgang Press (8)

    „Die Politi hat in ihrer durch nichts zu übertreffenden Dämlichkeit ein "Kinderfreundliche" Gesetzgebung geschaffen, die genau das Gegenteil bewirkt, was erreicht werden soll.“

    Was sollte denn erreicht werden? ich erlebe ständig Politiker, die es allen recht machen wollen, besonders denen, die am lautesten schreien und keine Kinder haben. Die wissen in der Regel auch am besten, wie Kinder zu erziehen sind, - bei dem Erfahrungsschatz.
    Kinder müssen sich austoben können und das ist nicht geräuschlos zu haben; Kinder müssen Grenzen ausloten können dürfen, wie sollen sie sonst Regeln und die damit einhergehenden Rechte und Pflichten erkennen können. Wir Erwachsenen sind es, die sie dabei an die Hand zu nehmen und ihnen die Welt und deren Regeln zu erklären haben, ohne das wir dabei unsere Glaubwürdigkeit verlieren. Und das ist ein Punkt den viele Erwachsene nie erkennen, weil sie z.b. Drohungen bei Fehlverhalten aussprechen, die sie danach nicht in Sanktionen umsetzen.
    Die „Alten“, die sich über den Lärm, den spielende Kinder verursachen, aufregen, sollten nicht vergessen, daß sie einst selbst zu dieser „Lärmquelle“ gehörten, auch vor 50 Jahren. Sollten sie sich darüber klar geworden sein, suchen sie sich ein Lesebuch mit spannenden Geschichten hervor, melden sich bei der Kindergartenleitung und lesen den „Lärmkindern“ vor. Sie werden, wenn die Rollen der vorkommenden Personen in der Geschichte auch so vorgelesen werden, ein interessiertes und begeistertes junges Publikum haben, das sich auf den nächsten Teil der Geschichte freut. Die lärmgeplagten Alten haben dann, außer meckern, eine sinnvolle Arbeit geleistet und Freude verbreitet. Und sollte es draußen einmal zu hoch hergehen, so lassen sich auch draußen Geschichten vorlesen oder sich mit den Kindern im Hof oder Garten beschäftigen, der „Lärm“ ist dann kein Lärm mehr, sondern fröhliches Miteinander, bei dem auch Disziplin und gegenseitige Rücksichtnahme vermittelt werden kann, für beide Seiten.

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