Kinderporno-Verdacht
SPD-Politiker Tauss legt Ämter nieder

Der Karlsruher SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss tritt wegen des Kinderpornografie-Verdachts von seinen Ämtern zurück. Der 55-Jährige wird seine Ämter als Sprecher für Forschung, Bildung und Medien der SPD-Fraktion sowie im Fraktionsvorstand niederlegen, sein Bundestagsmandat aber behalten.

HB KARLSRUHE. Die bisherigen Funktionen von Tauss in Berlin sollen neu besetzt werden. Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft Büros und Wohnungen von Tauss in Berlin und Bretten (Kreis Karlsruhe) durchsucht. In Berlin waren die Ermittler fündig geworden. Dies bedeute aber nicht, dass der SPD-Politiker damit überführt sei, betonte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Tauss schriebt auf seiner Homepage, er werde sich den Vorwürfen stellen „und die Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung des Sachverhaltes nach allen Kräften unterstützen und kooperativ mit ihnen zusammenarbeiten“. Er sei „absolut sicher, dass der gegen mich erhobene Vorwurf schnell ausgeräumt werden kann.“ Als medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion habe er sich immer für einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet und für die entschlossene Bekämpfung von Kinderpornographie eingesetzt. Er habe sich sogar dafür eingesetzt, die Strafverfolgung zu intensivieren, um an die Täter heranzukommen.“

Tauss weiter: „Um auszuschließen, dass meine Partei und Fraktion durch die Ermittlungen belastet werden, stelle ich meiner Partei mein Amt als Generalsekretär der baden-württembergischen SPD und meiner Fraktion meine Funktionen als Sprecher für Bildung, Forschung und Medien und den Sitz im Fraktionsvorstand zur Verfügung.“

Zuvor hatte der Abgeordnete bereits betont, er sei unschuldig. Er beschäftige sich seit Jahren mit dieser Szene. Ob es sich bei den Vorwürfen eventuell um eine „Revanche-Handlung“ handele, könne er nicht sagen.

Die Staatsanwaltschaft hat allerdings nach eigenen Angaben keine Anhaltspunkte dafür, dass Tauss kinderpornografisches Material unterschoben worden ist. Ein Sprecher sagte am Freitag: „Für Racheaktionen gibt es keine Anhaltspunkte.“ Die Durchsuchung habe ergeben, dass „Gegenstände“ in Tauss Privatsphäre gelangten. Man müsse nun sehen, ob es dafür eine plausible Erklärung gebe.

Die Ermittler werteten nun die beschlagnahmten Gegenstände aus. Die Ermittlungsarbeiten würden sicher einige Zeit in Anspruch nehmen, fügte der Sprecher hinzu.

Zu den beschlagnahmten Gegenständen wollte er keine Angaben machen. Nach Medienberichten soll eine CD-Rom bei Tauss sichergestellt worden sein. Aus Karlsruher Justizkreisen verlautete, dass die Ermittlungen gegen Tauss auf Hinweise der Staatsanwaltschaft Bremerhaven zurückgehen. Ein Verdächtiger, gegen den in Bremerhaven wegen Kinderpornografie ermittelt wird, soll Telefonverbindungsdaten und SMS von dem 55-jährigen Politiker gehabt haben.

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