Kinderporno-Verdacht
Spuren aus Kanada zum Fall Edathy

Kanadas Polizei hat mehrere Sondereinheiten geschaffen, die erfolgreich gegen den Handel von Kinderpornographie vorgehen. Auch der Verdacht im Fall Edathy soll auf Hinweise aus Toronto zurückzuführen sein.

OttawaEine psychisch sehr belastende Arbeit müssen täglich die Polizistinnen und Polizisten einer Sondereinheit der Polizei in der kanadischen Stadt Toronto leisten: Die Mitglieder der „Child Exploitation Unit“ müssen sich Fotos ansehen, die den sexuellen Missbrauch von Kindern darstellen. Genugtuung bereitet es ihnen, wenn sie durch internationale Kooperation einen globalen Handel mit Kinderpornographie aufdecken.

So war es im November vergangenen Jahres, als Torontos Polizeichef William Blair den erfolgreichen Abschluss dreijähriger Ermittlungen unter dem Decknamen „Spade“ bekanntgab, die nach dem damaligen Stand zu 341 Festnahmen in mehreren Ländern führten.

Ausgangspunkt waren Ermittlungen gegen einen Mann in Toronto, der mit solchen Filmen und Fotos gehandelt und auch die Aufzeichnungen von Missbrauch initiiert haben soll. Torontos „Child Exploitation Unit“ und das bei der kanadischen Bundespolizei RCMP in Ottawa angesiedelte „National Child Exploitation Coordination Centre“ gaben Hinweise für weitere polizeiliche Ermittlungen an Polizeidienststellen in mehr als 50 Ländern weiter.

Angeblich gehörten zu den Erkenntnissen, die im Zuge von „Project Spade“ gewonnen wurden, auch Hinweise, die zu dem Verdacht gegen den bisherigen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy führten. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Politiker wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie. Edathy weist die Vorwürfe entschieden zurück.

„Die öffentliche Behauptung, ich befände mich im Besitz kinderpornografischer Schriften bzw. hätte mir diese verschafft, ist unwahr“, erklärte er auf Facebook. Die Unschuldsvermutung gelte auch für ihn. Ein Sprecher der Sondereinheit in Toronto lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Er wollte auch keine Verbindung zwischen den Ermittlungen in Deutschland und dem „Project Spade“ herstellen.

Constable Victor Kwong, Sprecher der Polizei Torontos, legte lediglich generell dar, dass Informationen, die im Zuge von Ermittlungen gesammelt werden, an die nationalen Polizeibehörden weitergegeben werden. „Es liegt an diesen Polizeidienststellen, zu Einzelfällen Stellung zu nehmen. Wir führen nicht die Ermittlungen, wir geben nur Informationen“, sagte Kwong.

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Spuren aus Kanada zum Fall Edathy

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Limonadeflasche führt zur Ergreifung des Täters

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