Kinderpornografie
BKA ließ 2012 tausende Internetseiten löschen

Tausende Hinweise auf Kinderpornografie im Internet erreichten die Behörden im Jahr 2012 über Hotlines: Die meisten Seiten konnten gelöscht werden. Der Bundesjustizminister sieht darin einen Ansporn.
  • 0

BerlinTausende Seiten mit kinderpornografischem Inhalt sind 2012 im Internet gelöscht worden. Das Bundeskriminalamt (BKA) bearbeitete insgesamt 6209 Hinweise zu Kinderpornografie im Netz. In 5463 Fällen wurden die jeweiligen Internet-Provider informiert. Das geht aus einem Bericht über entsprechende Maßnahmen hervor, den das Bundeskabinett laut Mitteilung am Mittwoch in Berlin beschloss.

Im Inland sei innerhalb von einer Woche eine Löschquote von 98 Prozent erreicht worden, nach zwei Wochen waren alle gemeldeten Inhalte gelöscht. Bei Inhalten aus dem Ausland habe es eine Löschquote von mehr als 97 Prozent innerhalb von vier Wochen gegeben.

Von den weitergeleiteten Hinweisen betrafen 76 Prozent ausländische Inhalte und 24 Prozent solche aus dem Inland. 746 Hinweise konnten nicht weitergeleitet werden, unter anderem weil der Standort des Servers verschleiert war. Der Großteil der Hinweise war über private Hotlines zur Meldung von Kinderpornografie eingegangen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte das Ergebnis einen Ansporn, „auch in Zukunft den Kampf gegen Kinderpornografie mit der ganzen Härte des Rechts zu führen“. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) meinte: „Die hohen Löschquoten und die relativ kurzen Bearbeitungszeiten sind ein Beleg dafür, dass das Konzept 'Löschen statt Sperren' insgesamt wirkungsvoll ist.“

Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz nannte es absurd, dass sich de Maizière die vorliegenden Ergebnisse als Verdienst anhefte. „Es waren die Unionsparteien, die lange gegen alle Vernunft und alle Argumente am Netzsperren-Placebo festhielten.“ Die Strafverfolgungsbehörden seien in diesem Bereich im Übrigen völlig unzureichend aufgestellt.

Als Reaktion auf den Kinderpornografie-Verdachtsfall Sebastian Edathy bekräftigte der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marcus Weinberg (CDU), der Handel mit Bildern nackter Kinder müsse verboten werden. Zudem müssten Eltern besser aufgeklärt werden mit dem Ziel, dass solche Bilder etwa vom Strandurlaub weniger ins Netz gestellt werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kinderpornografie: BKA ließ 2012 tausende Internetseiten löschen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%