Kirche
Käßmann neue Ratsvorsitzende der EKD

Zum ersten mal in ihrer Geschichte steht eine Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche. Die Hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann ist neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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HB ULM. Die 51 Jahre alte Theologin wurde am Mittwoch bei der EKD-Synode in Ulm in das Amt des höchsten Vertreters der deutschen Protestanten gewählt. Käßmann erhielt 132 von 142 abgegebenen Stimmen bei fünf Nein-Stimmen, vier Enthaltungen und einer ungültigen Stimme. Der bisherige Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber geht nach sechsjähriger Amtszeit in den Ruhestand.

Als stellvertretender Ratsvorsitzender wurde der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, gewählt. Er erhielt 137 Ja-Stimmen, bei vier Enthaltungen und einer Nein-Stimme.

Käßmann dankte in einer kurzen Ansprache nach der Wahl für das große Vertrauen und das klare Votum. "Ich fühle mich davon berufen und getragen", sagte sie. Es gebe keinen Mangel an Herausforderungen, sie habe den allergrößten Respekt vor der Aufgaben der nächsten sechs Jahre.

Die neue Ratsvorsitzende versprach eine Fortsetzung des eingeschlagenen Reformkurses. Mitgliederrückgang und finanzielle Sorgen sollten dabei nicht lähmen, sagte sie und schloss mit den Worten des Paulus: "Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet."

Käßmann hatte bereits vor der Synode als große Favoritin für den Ratsvorsitz gegolten. Am Dienstag war sie als einzige Kandidatin im ersten Wahlgang in den Rat der EKD gewählt worden, ein weiteres Indiz für ihre sichere Wahl zur Ratsvorsitzenden.

Vor zehn Jahren wurde sie zur Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers gewählt und damit zur zweiten deutschen Bischöfin nach Maria Jepsen. Mit Käßmanns Wahl zur Ratsvorsitzenden ist nun auch der zweite Spitzenposten in der EKD mit einer Frau besetzt. Präses der Synode, des evangelischen Kirchenparlaments, ist die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt.

Als stellvertretender Ratsvorsitzender wurde am Mittwoch in Ulm der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, gewählt. Er erhielt 137 Ja-Stimmen, bei vier Enthaltungen und einer Nein-Stimme.

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