Kirchenoberhaupt soll neues Buch zurückziehen: Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Beck wirft Papst Volksverhetzung vor

Kirchenoberhaupt soll neues Buch zurückziehen
Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Beck wirft Papst Volksverhetzung vor

Die Grünen haben den Papst wegen dessen neuem Buch scharf kritisiert. Fraktionsgeschäftsführer Beck fordert, Johannes Paul II. solle das Werk zurückziehen.

HB BERLIN. Papst Johannes Paul II. ist mit Äußerungen zu Abtreibung und Holocaust in seinem neuesten Buch auf heftige Kritik bei den Grünen gestoßen. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagfraktion, Volker Beck, sagte der Netzeitung: «Wenn der Papst Abtreibung und den Holocaust in einen Zusammenhang bringt, fehlt es ihm an moralischer und ethischer Orientierung.»

Aus Sicht Becks ist die «Gleichsetzung des Holocaust und der Abtreibungsproblematik genauso unerträglich wie das Unwort Bombenholocaust». In dem Buch heißt es, zwar habe die Vernichtung der Juden nach dem Sturz des Nazi-Regimes aufgehört. «Was jedoch fortdauert, ist die legale Vernichtung gezeugter, aber noch ungeborener menschlicher Wesen.» Beck sagte dazu, die katholische Kirche habe ihren Anspruch auf moralische Autorität verloren, wenn sie nicht zu unterscheiden wisse «zwischen Verzicht auf Strafverfolgung bei der individuellen Entscheidung zur Abtreibung und dem staatlich organisierten Völkermord». «Ich fordere den Papst auf, das Buch zurückzuziehen», sagte Beck.

In dem Papst-Buch geht es auch um die Schwulenehe. Johannes Paul II. stellt demnach die Vermutung an, «ob nicht hier - vielleicht heimtückischer und verhohlener - wieder eine neue Ideologie des Bösen am Werk ist, die versucht, gegen den Menschen und gegen die Familie sogar die Menschenrechte auszunutzen», wenn das Europäischen Parlament darauf dränge, homosexuelle Verbindungen als alternative Form der Familie anzuerkennen. Grünen-Politiker Beck sagte dazu: «Die Politik zur Beseitigung der Diskriminierung von Homosexuellen als Ergebnisse einer 'neuen Ideologie des Bösen' zu bezeichnen, ist Volksverhetzung.»

Das Papstbuch erscheint am 23. Februar. In dem 224-Seiten-Werk geht es um Themen wie Demokratie, Freiheit und Frieden aus christlicher Sicht. Es basiert auf Gesprächen, die der Papst mit zwei polnischen Philosophen geführt hatte.

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