Kirchliches Arbeitsrecht Drei Bistümer scheren aus

Während viele Unternehmer sich über die bisherige Sonderstellung der Kirchen im Arbeitsrecht ärgern, sehen sich einige Bistümer offenbar im Recht: Drei Diözesen wollen das kirchliche Arbeitsrecht nicht einführen.
  • Jonathan Schmitt
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Ausnahmen vom kirchlichen Arbeitsrecht werden sich die Bistümer Passau, Regensburg und Eichstätt vorbehalten. Quelle: dpa
Nicht alle machen mit

Ausnahmen vom kirchlichen Arbeitsrecht werden sich die Bistümer Passau, Regensburg und Eichstätt vorbehalten.

(Foto: dpa)

BerlinDas neue kirchliche Arbeitsrecht kommt zum 1. August nicht flächendeckend in Deutschland. Die Bistümer Passau, Regensburg und Eichstätt weigern sich, die im April von der Vollversammlung des Verbands der Diözesen beschlossenen Änderungen wie geplant umzusetzen. Das ergibt sich aus einer exklusiven Umfrage des Handelsblatts (Freitagsausgabe) bei den insgesamt 27 Bischofssitzen. Als Grund werden in den drei Bistümern vor allem Gefahren gesehen, die Änderungen des Arbeitsrechts könnten einer weiteren Säkularisierung der Kirche Vorschub leisten.

Die katholische Kirche hatte im April nach langer interner Diskussion ihr Arbeitsrecht für ihre 700.000 Mitarbeiter geändert. Wer als Beschäftigter geschieden ist und wieder heiratet, muss künftig nur noch in Ausnahmefällen mit der Kündigung rechnen. Das gleiche gilt auch für Lesben und Schwule, die in eingetragenen Lebenspartnerschaften leben. Zudem sollen künftig die Gewerkschaften an den Verhandlungen der Dienstgeber und Dienstnehmer beteiligt werden. Die Änderungen stellen eine Empfehlung an die Bistümer dar und sollten bis zum 1. August in Kraft gesetzt werden.

Auf Anfrage des Handelsblatts bewertete die Gewerkschaft Verdi die Fortschritte in den Bistümern beim Arbeitsrecht generell als sehr gering und forderte die gänzliche Abschaffung der Sonderstellung der Kirchen.

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1 Kommentar zu "Kirchliches Arbeitsrecht: Drei Bistümer scheren aus"

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  • "...bewertete die Gewerkschaft Verdi die Fortschritte in den Bistümern beim Arbeitsrecht generell als sehr gering und forderte die gänzliche Abschaffung der Sonderstellung der Kirchen."
    Wie wäre es denn mit der Abschaffung von Sonderrecht bei Pflichtversicherten / Beamten (einschl. Politiker)?!
    Oder sieht die Gewerkschaft keinen "Volksbetrug" wenn einerseits für ca. 75% Pension aus dem Einkommen letzten Arbeitsjahren bei 0,2% fiktiver Beitragszahlung gegenüber ca 55% Rente aus dem Einkommen der Lebensarbeitszeit (Lehrling bis Rentner) bei 18,9% (AG+AN) echten und versteuerten AN Beiträgen?!

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