Kita-Ausbau
Wirtschaft drängt auf höheres Tempo

Angesichts der jüngsten Zahlen zum Ausbau der Kitas drängt die Wirtschaft auf ein höheres Tempo: "Die Anstrengungen für ein flächendeckendes, qualitativ hochwertiges Angebot müssen verstärkt werden", fordert Ingrid Hofman, Präsidiumsmitglied der BDA. Im Westen gibt es nur für jedes siebte Kind unter drei Jahren einen Kita-Platz.
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BERLIN. "Es wäre bedauerlich, wenn das berufliche Potenzial vieler gut ausgebildeter Frauen wegen unzureichender Kinderbetreuung brachliegen würde", sagt die Chefin der I. K. Hofmann GmbH dem Handelsblatt. Wenn die Kommunen sich nicht mehr anstrengen, "laufen wir Gefahr, im Jahr 2013 nur bei einer Betreuungsquote von 30 Prozent zu landen - statt bei der Zielmarke von 35 Prozent", warnt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Es gehe aber nicht allein um die Plätze: "Auch bei flexiblen Öffnungszeiten oder Kooperationen von Kitas und Betrieben ist in Deutschlands Betreuungslandschaft noch viel Luft", fügte Dercks hinzu.

Im März 2009 waren deutschlandweit 417 000 Kinder unter drei Jahren in einer Kita, 53 000 mehr als ein Jahr zuvor, meldete das Statistische Bundesamt. Die Quote stieg in einem Jahr von 18 auf 20 Prozent. Bund und Länder wollen bis 2013 eine Quote von 35 Prozent erreichen. Dann tritt ein Rechtsanspruch ab dem ersten Jahr in Kraft.

Der Schnitt entsteht jedoch nur durch die neuen Länder, wo es für fast jedes zweite Kind unter drei einen Platz gibt. Im Westen dagegen liegt die Quote noch immer unter 15 Prozent. Vorreiter Rheinland-Pfalz kommt auf 18 Prozent - NRW und Niedersachsen halten mit zwölf Prozent die rote Laterne.

2009 sind Zuschussanträge für weitere 150 000 Plätze bewilligt - dreimal so viele wie 2008, sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) der "Sächsischen Zeitung". "Die Dynamik ist aber auch nötig, um die Wartelisten rasch abzubauen und für die Eltern Verlässlichkeit zu schaffen."

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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