Kita-Streik betrifft Millionen Familien
Wann darf das Kind mit zur Arbeit?

Wo der Druck groß ist, springen Unternehmen beim Thema Kita-Streik ein. Doch nicht überall gibt es eine Notfallbetreuung und die Plätze des Familienservice werden rar. Was Betroffene wissen sollten und Experten empfehlen.
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DüsseldorfNicht alle vom Handelsblatt befragten Unternehmen haben schon eine Antwort parat, als sie vom Handelsblatt gefragt werden, ob sie ihre Mitarbeiter in den kommenden Wochen unterstützen können, wenn die Erzieher in den rund 17.900 städtischen Kindertagesstätten unbefristet streiken. So betreibt die Commerzbank mittlerweile 20 eigene Kinderbetreuungseinrichtungen, in denen nicht gestreikt wird. Alle Mitarbeiter, sagt Commerzbank-Sprecherin Monika Arens könnte darüber hinaus bundesweit die Kinderausnahmebetreuung Kids & Co. des Familienservice nutzen. Und die Commerzbank-Mitarbeiter haben Glück, bis zu 25 Tage pro Jahr ist diese Notfallbetreuung kostenlos. Das würde also für maximal fünf Wochen Streik reichen.

Doch nicht überall gibt es diese Notfallbetreuung, zeigt die Webseite des Familienservice und die Plätze werden rar. Ein spezieller Hinweis zum Streik findet sich ebenfalls nicht, obwohl viele Unternehmen ihren Mitarbeitern empfehlen sich im Streiknotfall an den Familienservice zu wenden.

Freie Träger überwiegen im ländlichen Raum

Denn immerhin sind in Deutschland 17.900 Kitas in öffentlicher Hand, werden also bundesweit von Städten, Ländern und Gemeinden getragen und seit Freitag oder ab Montag bestreikt. Betroffen sind davon rund 1,2 Millionen Kinder. Der weitaus größere Teil der Kinder, weitere 2,1 Millionen, werden in Kindergärten und Kitas freier Träger wie der AWO oder den Kirchen betreut.

Offenbar überwiegen die Freien Träger im ländlichen Raum und auch die betriebseigenen Kindertagesstätten nehmen dort zu. Der Grund: Der bereits spürbare oder drohende Fachkräftemangel in manchen Regionen bewegt immer mehr Unternehmen, alles für die künftigen Mitarbeiter und deren Familien zu tun, damit sie kommen und bleiben.

Der Stahlverarbeiter und Autozulieferer Benteler in Paderborn betreibt seit sechs Jahren eine eigene Kita für 60 Kinder. „Wir hatten bisher vier Anfragen von Benteler Eltern, ob wir ihr Kind in unserer Kita aufnehmen könnten“, bestätigt eine Sprecherin Nachfragen. "Wir haben den Eltern empfohlen, mit ihrer Einrichtung oder dem zuständigen Jugendamt Kontakt aufzunehmen, um die vorgehaltenen Betreuungsalternativen wahrnehmen zu können." Benteler wolle die Betreuungsqualität in der eigenen Kita erhalten und deshalb habe das Unternehmen, das weltweit 30.000 Mitarbeiter beschäftigt „keine Möglichkeit, weitere Kinder aufzunehmen“.

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