Kita-Streit
Wo ist der Ausweg?

Die Fronten verhärtet, die Verhandlungen stecken in der Sackgasse: Nach den ergebnislosen Gesprächen von Gewerkschaft und Arbeitgebern ist unklar, wie es weitergeht. Das sind die wichtigsten Fragen zum Kita-Tarifstreit.
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OffenbachIm Kita-Streit sind die Fronten verhärtet. Gewerkschaften und Arbeitgeber haben ihre Gespräche diese Woche ohne eine Annäherung beendet. Anschließend gaben sie sich gegenseitig die Schuld an der verfahrenen Situation. Raufen sich beide Seiten noch zusammen? Oder müssen Eltern von Kita-Kindern bald wieder Urlaub nehmen, weil sie mit ihren Sprösslingen vor verschlossenen Türen stehen? Eines ist jetzt schon klar: Die nächsten Wochen werden spannend – für Gewerkschafter, Arbeitgeber und nicht zuletzt für die betroffenen Eltern und Kinder. Das sind die wichtigsten Fragen zum laufenden Tarifstreit.

Gibt es jetzt Streiks?

Nicht zwangsläufig. Streiks sind nach Worten von Verdi-Chef Frank Bsirske nicht vor der ersten Oktoberhälfte geplant. Bis dahin haben beide Konfliktparteien noch viel Zeit, durchzuatmen und eine Eskalation zu vermeiden. Eine wichtige Rolle wird spielen, wie groß in den kommenden Wochen der Druck aus Politik und Elternschaft auf Gewerkschaften und Arbeitgeber sein wird, den Streit ohne neuerliche Streiks aus der Welt zu schaffen.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder verharren beide Seiten unbeirrt auf ihren Positionen und schlittern in die nächsten Streiks. Oder sie verhandeln weiter, bewegen sich aufeinander zu und kommen zu einem Ergebnis, dass sie auch in ihren eigenen Reihen das Gesicht wahren lässt. Zumindest sind sich beide Seiten einig, miteinander im Gespräch bleiben zu wollen. Das ist immerhin etwas.

Wie könnte so eine Einigung aussehen?

Bsirske hat drei Punkte genannt, die ihm besonders am Herzen liegen: mehr Geld für die Erzieherinnen in den unteren Gehaltsgruppen, eine klare Regelung bei der Anerkennung der Berufsjahre von Erzieherinnen, die bei anderen Kita-Trägern wie etwas den Kirchen geleistet wurden, und mehr Geld für Sozialarbeiter. Bei letzteren soll die Unzufriedenheit über den Schlichterspruch besonders groß gewesen sein. Auch die bislang geplante Laufzeit des Tarifwerks von fünf Jahren könnte eine Rolle spielen. Sie ist den Gewerkschaften zu lang.

Kommentare zu " Kita-Streit: Wo ist der Ausweg?"

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  • Die Lösung ist ganz einfach: Wir zahlen den Griechen bzw. der Ausländer eine Milliarde weniger und investieren dafür in zunsere eigene Zukinft = Erziehereinkommen. Nur ist Frau Merkel gem. Ihrem Amtseid strikt dagegen. Die Deutschen müssen gem. Ihrer Auffassung vernichtet werden!

  • Wenn man sieht, dass in den nächsten 3 Jahren über zwei drei Millionen Flüchtlinge als Obdachlose nach Deutschland kommen , mit vielen Kindern
    dann kann man die Kosten schon sehen . Anerkannte Flüchtlinge bekommen den Hartz 4 Satz und die Kinder gehen in die Kita sehr warscheinlich. Das ist für Erzieherinnen eine neue Aufgabe diese Kinder zu betreuen. Also Milliarden kommen auf Bund und Kommunen zu und alle Politiker stellen sich hin und sagen: Wir sind so ein reiches Land. Also wird auch etwas für die Erzieherinnen übrig sein und natürlich die Aufwertung des Berufs der Erzieherinnen.

    Das ist gut investiertes Geld , besser als in Waffen und Auslandseinsätzen zu investieren die dann wieder neue Flüchtlinge nach D bringen. z.b Kurden die von Türken bombardiert werden.

  • Was sollen Erzieherinnen eigentlich verdienen? Sollen wir darüber hier im Forum abstimmen oder soll eine Abstimmung auf breiterer Basis erfolgen z.B. auf Basis einer Volksbefragung? Sollen Gehälter danach festgelegt werden wer im Falle eines Streiks den größtmöglichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten kann? Diese Fragen betreffen wohl alle Berufe und Berufsgruppen.

    In der freien Wirtschaft: Sollen Gehälter nach dem Gewinn des Unternehmens festgelegt werden? Kein Gewinn = kein Lohn und der Staat zahlt über Transferleistungen?

    Ich glaube hier ist eine grundsätzliche Frage noch nie grundsätzlich angegangen worden.

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