Klage bei Stuttgart 21 : „Die Bahn müsste die Hosen runterlassen“

Klage bei Stuttgart 21
„Die Bahn müsste die Hosen runterlassen“

Heute berät der Verkehrsausschuss über die Kostenexplosion bei Stuttgart 21. Zuvor warnt der Ausschussvorsitzende die Bahn: Eine Klage auf Kostenübernahmen für das Milliardenprojekt könnte nach hinten losgehen.
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BerlinDie von der Bahn angedrohte Klage auf Kostenübernahmen für das Projekt Stuttgart 21 könnte nach Auffassung des Grünen-Politikers Anton Hofreiter nach hinten losgehen. „Kein Verwaltungsgericht wird sich mit Power-Point-Präsentationen und dem Hinweis auf Betriebsgeheimnisse begnügen“, sagte der Vorsitzende der Verkehrsausschusses im Bundestag vor der Sitzung am heutigen Mittwoch. „Die Bahn müsste die Hosen runterlassen.“

Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte den Gang vor den Kadi angekündigt, falls sich das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart weiterhin weigerten, sich an den im Dezember veröffentlichten Mehrkosten bei Stuttgart 21 von bis zu 2,3 Milliarden Euro zu beteiligen.

Die Erfolgsaussichten einer solchen Klage wären laut Hofreiter äußerst gering, wenn man bedenke, wie die Bahn Stuttgart 21 als bestgeplantes Projekt Deutschlands gepriesen habe und später immense Kostensteigerungen habe zugeben müssen. Die „geringe Haltbarkeitsdauer“ der Aussagen der Bahn werde bei dann in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt.

Mit Blick auf die Ausschusssitzung an diesem Mittwoch, in der Bahn-Chef Grube, Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer, Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht sowie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) Rede und Antwort stehen sollen, sagte Hofreiter: „Für mich ist die wesentliche Frage, wie die Wirtschaftlichkeit zustande kommt bei diesen hohen Kosten und diesen geringen Einnahmen.“

Der bundeseigene Konzern hatte im Dezember mitgeteilt, dass der Finanzrahmen für den umstrittenen Bahnhofsumbau um 1,1 Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro erhöht werden muss. Hinzu kommen Risiken von 1,2 Milliarden Euro. Der Bahn- Aufsichtsrat soll wohl am Dienstag über einen Weiterbau entscheiden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Unter
    http://www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/downloads/Broschueren/S21-Finanzierung_2_Aufl_Web.pdf

    kann man detailiert nachlesen,
    warum die Bahn so stark an dem Projekt festhält !!

  • Genau das ist der Fehler bei Stuttgart 21. Viele Reisende profitieren überhaupt gar nicht von der etwas schnelleren Fahrzeit durch Stuttgart 21. Das sind nur ca. 1 bis 3 Minuten Gewinn. Die großen Fahrzeitgewinne kommen durch die Neubaustrecke, die mit ihren Milliarden Kosten noch dazu kommt! Dämlich wird es dann erst recht, wenn man in der Schublade der alten Landesregierung eine Studie findet, dass der ausgebaute Kopfbahnhof doppelt so hohe Zeitgewinne für die Reisenden bringt wie der geplante Tiefbahnhof.

  • Ich hoffe Grün-Rot bleibt standhaft und lässt es auf eine Klage ankommen.

    Wie wurde da in der Marathonsitzung mit Heiner Geissler auf den Putz gehauen und vom ausgeklügeten System geschwärmt. Alles ist im Griff und der Ausstieg hätte ja damals zu viel Geld gekostet!

    Auf dieser Schiene haben sie die Leute für ein ja bei der Volksabstimmung gewonnen!

    Heute soll alles noch viel viel teurer werden und die unkalkulierbaren Kosten auch mal gleich auf 1,2Mrd.€ angesetzt!

    Saugt die Schwachköpfe von Steuerzahler aus bis sie nicht mehr können! Wenn sie ums überleben kämpfen müssen, haben sie keine Zeit sich um Details zu kümmern!
    Diese Denke unterstelle ich mittlerweile schwarz-gelb!

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