Deutschland

Diskussion: Kommentare zu: Fachkräftemangel weitet sich dramatisch aus

Karikatur eines Community-Trolls

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie Trolle? Das sind Unholde, die nichts Gutes im Schilde führen. Internet-Trolle gibt es auch. Das sind solche, die „Beiträge verfassen und sich darin auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken“, heißt es in den einschlägigen Definitionen. Solche Provokationen würgen eine Diskussion ab. Internet-Trolle sind also Menschen, die wir in unserer Handelsblatt-Online-Community nicht brauchen. Was wir gut finden, sind Kommentatoren. Gerne solche, die auf den Punkt kommen - von uns aus kurz und schmerzhaft.
Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie haben ein Recht zu wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten.

Ihre Handelsblatt-Online-Redaktion
Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette.
  • 23.05.2012, 16:31 UhrEurotiker

    Es gibt keinen Fachkräftemangel. Was es allerdings gibt ist ein Mangel an Fachkräften, welche nicht mehr für Dumping oder Leiharbeiterlöhne arbeiten wollen. Eine anständige Bezahlung vorausgesetzt und wir können uns vor Fachkräften aus dem In- und Ausland nicht mehr retten.

  • 23.05.2012, 16:32 UhrThomas-Melber-Stuttgart

    Tja, Angebot und Nachfrage - steigen jetzt die Preise?

  • 23.05.2012, 16:55 Uhrkvogeler

    Solange die großen Firmen nicht über den direkten Bedarf hinaus Facharbeiter ausbilden,
    solange diese Firmen Facharbeiter und Ingenieure in großer Zahl über Jahre hinweg nur in Zeit- oder Leiharbeitsverhältnissen beschäftigen,

    solange gibt es keinen Fachkräftemangel.

    In einer funktionierenden Marktwirtschaft sind knappe Güter teuer. Die Lohndrückerei zeigt, dass Fachkräfte nicht knapp sind.
    Oder könnte es sein, dass die Firmen sich einig sind und die Preise drücken?
    Dann ist das ein Fall für die Kartellaufsichtsbehörde und den Staatsanwalt!

    • 28.05.2012, 07:44 Uhrxyz

      @kvogeler

      es gibt keinen Hinweis auf Fachkräftemangel. Bundesweit bilden nur 22,5% der Firmen aus, gewerbliche Wirtschaft sind es ca. 11%. Mehr sind es nicht. Wenn es einen Bedarf geben würde, dann würde man wohl ausbilden.

      in einer anderen Statistik stand letztens, dass 48% der Ingenieursbachelorstudenten das Studium abbrechen oder wechseln. Allerdings ist Maschinenbau mittlerweile der zweitbeliebteste Studiengang und die Studentenzahlen sind aufgrund der Werbung gerade im Ing.Bereich extrem angestiegen.

      nicht das man nachher wieder in einen Schweinezyklus hineingerät- als ein Bekannter von mir Mitte der 1990er Jahre als Ing. fertig wurde, gab es keinen Bedarf und er hat nie in diesem Bereich gearbeitet.

      das IW Köln behauptet den Fachkräftemangel und geht von total unsinnigen Annahmen aus. Es rechnet mit einem großem Wirtschaftswachstum, so dass nicht nur Altersabgänge besetzt werden müssen, sondern zusätzliche MINTler gebraucht werden. Außerdem hat man dort Ing. in Europa mit DE verglichen und dabei übersehen, dass im Ausland oft ein Ing. ist, was hier eine Ausbildung hat -- im Ausland zählt oft der Zahntechniker und Orthopädiemechaniker mit zu den Ingenieuren. Das sind teilweise die "fehlenden Ings." hier.

      und zu den MINT-Fächern zählt auch die Biologie, die hoffnungslos überlaufen ist. Man lockt durch undifferenzierte Berichterstattung mehr Leute in die Biologie, die nachher arbeitslos werden. Dort gibt es schon seit 10-15 Jahren ein Überangebot.

  • 23.05.2012, 17:24 UhrTabu

    Wie passend dazu ein Bericht auf Welt online..
    Ingenieur 52 wurde nach einem Jahr Arbeitslosigkeit
    zwischen 2005/6 nicht mehr in seinem Beruf vermittelt.
    Ist dann als Lagerarbeiter untergekommen,für billig und
    die Arge erwartet das er für ihre Bemühungen,seine Münzsammlung die jahrzehnte sein Hobby war verkauft.
    Schätzwert 27.000 und Verkaufswert wohl höchstens fünf am Markt.Die Leute sind ja da,bloß die Masse macht die Billichpreise.Hatten wir schon alles,bei der Gastarbeiterschwemme.War der Dank an die Bevölkerung,für den Wiederaufbau.

  • 23.05.2012, 17:26 UhrUmoppelopter

    Jahrzehntelang standen Techniker und Ingenieure am "billigen" Ende der Lohnskala. Obwohl sie in hardcore-Fächern sich redlich abmühten (Mathe, Physik, Chemie, Informatik) wurden nach Abschluss der Ausbildung die "wortreichen" und aalglatten light-Absolventen (Wirtschaft, Finanzen, Verkauf, Reklame) nicht nur viel besser bezahlt, sondern nach vergleichsweise kurzer Zeit bereits in "Führungspositionen" gehievt. Es wird bei uns "oben" immer mehr gequatscht, und dort, wo das Denken kommt (denken tut weh!) fehlen mehr und mehr die guten Leute. Alles seit Jahren absehbar!

  • 23.05.2012, 17:41 Uhrpappalapapp

    Tja, so ist das, es gibt nach wie vor viel zu viele (überflüssige) Steuermänner und zu wenige Ruderer. Hier wäre eine Gewichtung der Verdienste vonnöten, sodaß die Verdienstmöglichkeiten zugunsten der Ruderer verlagert werden und zu Lasten der (überflüssigen) Steuermänner somit gerechterweise umverteilt werden. Aber, machen Sie das mal diesen Steuermännern klar, die auch noch meinen, sie wären die wirklichen Ruderer. Ruderer sind die wirklich produktiven und innovativen Zeitgenossen. Überflüssige Steuerleute dürfen zwar mitfahren, sollten jedoch einsehen, daß gutes Einkommen nur an Produktivität gekoppelt sein kann. Daher, weg mit den Wasserköpfen, Politikern, Verwaltungsüberschüssen und ähnlichen Schmarotzern!

  • 23.05.2012, 18:04 Uhre.o.

    Die Verbände müssen sich vorwerfen lassen, ziemlich unqualifiziert herumzulamentieren:
    - Die "taxierten" Zahlen offener Stellen sind keine real nachgewiesenen Stellen, sondern ziemliche akrobatische Hochrechnungen, für die es reihenweise Gegenrechnungen gibt. Eine seriöse Quelle hätte die Berechnungsmethode angegeben.
    - Vom Facharbeiter bis zum Promovierten alle Personen in einen Topf - die mysteriöse "Fachkraft" - zu werfen, ist schlicht schlampige Arbeit und führt erst recht zu sinnlosen Zahlen.
    - Das Gejammer dauert mit Unterbrechungen seit Jahrzehnten an. Man kennt die Gründe ziemlich genau, warum die MINT-Berufe für fast alle Heranwachsenden unattraktiv sind. Zu den trivialsten Gründen gehört, daß z.B. die Durchschnittsgehälter bei Wirtschaftswissenschaftern und andern Berufen für Hochleister deutlich höher als bei Ingenieuren sind (nicht zu reden Ärzte und andere Selbständige). Ich frage mich verzweifelt, ob sich die Leute bei der zitierten Initiative "MINT Zukunft schaffen" und ähnlichen Werbeaktionen eigentlich bewußt dumm stellen oder wirklich glauben, was sie da sagen. Wie schon in anderen Kommentaren bemerkt hat man den Eindruck, daß es vor allem darum geht, billige Hochqualifizierte zu haben.
    - Unverschämt finde ich den versteckten Vorwurf an die Unis, schuld an der hohen Durchfall- bzw. Abbrecherquote zu sein, um von dem eigenen Versagen abzulenken. Man scheint die Unis für eine Art Nürnberger Trichter zu halten, mit dem man beliebige Studenten in Regelstudienzeit zu hochengagierten Kompetenzträgern umpolen kann, selbst wenn diese wenig motiviert, stattdessen vor allem freizeitorientiert sind, und ihnen in den Gymnasien vielfach die Noten hinterhergeworfen wurden.

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