Klausurtagung
CSU will sich zusammenraufen

Heute beginnt die Vorstandsklausur der CSU in Wildbad Kreuth. Dort soll vor allem der Kurs der Partei bis zur Landtagswahl abgesteckt werden. Doch zunächst lautet das Motto: Reihen schließen und alle wieder aufs gegnerische Tor schießen.

HB MÜNCHEN/WILDBAD KREUTH. Unmittelbar vor Beginn einer zweitägigen Vorstands-Klausurtagung in Wildbad Kreuth haben führende CSU-Politiker die Geschlossenheit ihrer Partei beschworen. „Es müssen sich alle am gemeinsamen Erfolg der CSU konstruktiv beteiligen“, sagte Generalsekretärin Christine Haderthauer in München. „Das Motto lautet: Reihen schließen und alle wieder aufs gegnerische Tor schießen.“ Drei CSU-Bezirksvorsitzende betonten in einer gemeinsamen Erklärung, die Parteibasis habe die öffentlich ausgetragene Debatte über die Strategie der Partei „satt“.



Haderthauer nahm das CSU-Führungsduo – Parteichef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein –- gegen parteiinterne Kritik in Schutz. Sie wies jegliche Putsch-Gerüchte gegen den Vorsitzenden als abwegig zurück. „Erwin Huber und Günther Beckstein werden uns in die Landtagswahl führen.“ Die beiden hätten „das Vertrauen und das Zutrauen der Partei“. Haderthauer sieht die CSU trotz der Rückschläge und der Querelen der vergangenen Wochen gut aufgestellt und blickt optimistisch auf die Landtagswahl am 28. September. „Unser Wahlziel „50 plus X“ ist nicht in Gefahr.“



Die CSU-Bezirksvorsitzenden von Schwaben, Oberfranken und Niederbayern, Markus Ferber, Karl-Theodor von und zu Guttenberg und Manfred Weber, betonten, sie stünden hinter dem Führungsduo. „Über Strategie redet man nicht öffentlich, man praktiziert sie“, erklärten sie weiter. „CSU-Spitzenpolitiker, die sich weiter hierzu äußern, helfen dem politischen Gegner und tragen Mitschuld an sinkenden Umfragewerten.“ Die Menschen erwarteten „gefestigte Inhalte und geschlossenes Auftreten“. Zuletzt hatte sich unter anderem CSU-Vize Horst Seehofer kritisch über den Kurs seiner Partei geäußert.



Der Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hartmut Koschyk, forderte in der „Neuen Presse“ aus Hannover „Geschlossenheit nach innen, Entschlossenheit nach außen“. Der frühere CSU-Vorsitzende Theo Waigel sagte dem „Münchner Merkur“, Huber und Beckstein hätten das Vertrauen ihrer Partei. „Ich kenne niemanden, der das Duo in Frage stellt und das Risiko eingehen würde, ein halbes Jahr vor einer Landtagswahl die beiden Führungsleute auszuwechseln.“



In Kreuth will der Vorstand unter anderem den Kurs der CSU bis zur Landtagswahl abstecken. An den Beratungen will auch der frühere Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber teilnehmen. Huber und Beckstein hatten zuletzt mehrere Rückschläge einstecken müssen, etwa die Kommunalwahl-Schlappe und das Aus für den Münchner Transrapid. Huber steht zudem wegen der inzwischen noch einmal angewachsenen Milliarden-Belastungen bei der BayernLB unter Druck.

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