Klausurtagung Grüne fordern Öko-Umbau der Wirtschaft

Zum Auftakt ihrer Klausurtagung haben die Grünen die Bundesregierung scharf kritisiert. „Energiewende können nur wir Grüne“, sagte Fraktionschefin Renate Künast. Jürgen Trittin nahm Altmaier und Rösler unter Beschuss.
7 Kommentare
Die Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin. Quelle: dapd

Die Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin.

(Foto: dapd)

HannoverEinen ökologischen Umbau der Wirtschaft haben die Grünen-Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin zum Auftakt der Klausurtagung der Bundestagsabgeordneten am Mittwoch in Hannover verlangt. Die dreitägigen Beratungen stehen unter dem Motto „gerecht - glaubwürdig - grün“. Themen sind die Industriepolitik am Beispiel des Automobilsektors, Wege aus der Massentierhaltung sowie Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe und die Euro-Krise.

„Das ist das letzte Jahr, das Schwarz-Gelb vor sich hat“, unterstrich Künast das Ziel, die Koalition im Herbst 2013 abzulösen. „Diese Bundesregierung schafft es nicht, in den zentralen politischen Feldern sozial, schnell und umfassend genug zu agieren.“ Als Beispiele nannte die Grünen-Fraktionschefin die Energiewende, die „immer größer werdende soziale Schere“ und die Homo-Ehe, wo der Koalition die Kraft für einen Modernisierungsschub fehle. Stattdessen würden beim Betreuungsgeld Milliarden „für alte Gesellschaftsbilder“ ausgegeben.

Die Energiewende nannte Künast „das ungeliebte Kind“ der schwarz-gelben Koalition, zu der die Regierung in Worten, aber nicht durch Handeln stehe. „Energiewende können nur wir Grüne“, fügte sie hinzu. Trittin warf in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ Umweltminister Peter Altmaier (CDU) wegen seines Konzepts einer „green economy“ Etikettenschwindel vor. Wenn Altmaier wirklich eine grüne Wirtschaft wolle, müsse er „für mehr Energieeffizienz streiten“ und nicht pauschal Unternehmen, die viel Strom verbrauchen, von der Ökostrom-Umlage freistellen.

Durch eine andere Verteilgerechtigkeit müsse mehr Teilhabe für alle Menschen erreicht werden, verlangte Trittin weiter. Städte und Landkreise dürften nicht länger kaputtgespart werden. Es gehe nicht, „dass für alle möglichen Subventionen Geld zum Fenster herausgeworfen wird, aber angeblich kein Geld für die Einlösung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz da ist“. Trittin forderte auch erneut, Reiche durch eine Vermögensabgabe stärker zur Kasse zu bitten.

Mit Blick auf die Euro-Krise warf Trittin Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vor, durch „leichtfertiges Gequatsche“ über Griechenland den Euro und damit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland zu gefährden. Nötig seien aber „mutige Schritte hin zu einer gemeinsamen europäischen Finanz- und Wirtschaftspolitik“. Trittin warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, zu zögerlich mit der Krise umzugehen. Am Freitag nimmt der Leiter der „Task Force Griechenland“ der EU-Kommission, Horst Reichenbach, an der Grünen-Klausur teil.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • afp
Startseite

Mehr zu: Klausurtagung - Grüne fordern Öko-Umbau der Wirtschaft

7 Kommentare zu "Klausurtagung: Grüne fordern Öko-Umbau der Wirtschaft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • CDU und SPD müssten endlich kapieren, daß die Leute die CDU/SPD wählen damit nicht Grün gewählt haben! Es wird immer davon "ausgegangen" daß die Mehrheit der Wähler nur etwas weniger grün ist, dafür gibt es aber deutliche Gegenargumente:

    1. Man findet praktisch niemanden, der die 90 Cent/Liter Benzinsteuer haben will. Trotzdem bleibt diese mit allen Parteien bestehen und wird lustig weiter erhöht. Wir sollen glauben daß die Mehrheit der Wähler am Wahltag sich selbst eine enorme Belastung wie die Benzinsteuer auferlegt, auch wenn sie die meiste Zeit in Umfragen völlig dagegen sind.

    2. Praktisch niemand, nur 5% der Stromkunden, sind bereit für Ökostrom mehr zu bezahlen, wenn sie sich für einen Stromanbieter entscheiden. Trotzdem sollen wir glauben, daß diese Leute bei Bundestagswahlen ihre Stimme für den Ökostrom-Zwang abgegeben haben und geben werden.

  • „Energiewende können nur wir Grüne“, sagte Fraktionschefin Renate Künast.
    ...............
    Ach ja?
    Und warum habe sie seinerzeit als sie in der Reg. mit Schröder waren, kein wirklich brauchbares Konzept vorgelegt?
    Sie haben doch auch nichts anderes getan als nur zu kreischen "raus aus AKW"
    Diese dämlichen Grünen gehören endich dahin zurück wo sie hergekommen sind, ins Abseits

  • „Energiewende können nur wir Grüne“, sagte Fraktionschefin Renate Künast.
    --------------------------
    Atomkraft nein danke war der Slogan von vor dreissig
    Jahren..seitdem wartet man auf das Können der Grünen
    vergebens..sich nur wie Kaugummi an ihre Pfünde halten,
    und darauf warten,das andere tun,woran sie dann was rumzumäkeln haben..das ist ihr Metier das sie beherrschen.

  • Der Wahlkampf rückt näher. Da wird es für Trittin & Co. mal wieder Zeit, ein paar Sprechblasen abzusondern. Tatsächlich buhlen Grüne wie SPD doch nur darum, wer Muttis nächster Juniorpartner werden darf. Mit dem verbalradikalen Theater der im Bundestag vertretenen Parteien werden emotionale Bedürfnisse des Stimmviehs bedient – linke wie rechte Wähler (sehr schön an Leserkommentaren hier zu erkennen) fallen auf das Spielchen rein. Die realen Unterschiede sind indes marginal.

  • Die Grünen - eine von kommunistisch angehauchten Vorsitzenden- die immer noch meinen uns mit Ihrer Öko und Klimalüge Ihre Ideologien aufdrücken zu können...
    Leider wird Sie der Zeitgeist überholen..
    Die Kosten uns unendlich treiben, Neid schüren und das unter dem Deckmantel von Lügen...
    Schade dass wir uns durch diese Angstmacherei so verarschen lassen...
    Was ist aus den so revolutionären Grünen Arbeitspläten in der Solarworld geworden - nicht..ein Haufen verbrannter Gelder von Anlegern - da sieht man keine Träne von der lieben Frau Roth.. und so wirds mit der Windkrafta uch werden.. -

  • Die Grünen haben JEDE Glaubwürdigkeit verloren. Ökologische Wirtschaftsstrukturen sind ein wichtiges Ziel aber dazu gehört vor allem ökonomische Nachhaltigkeit - davon hat sich die Politik schon lange verabschiedet.
    Es ist nicht nur eine politische, sondern vor allem eine gesellschaftliche Frage - die sich JEDER stellen muss. Doch da hört die Bereitwilligkeit bei den meisten auch schon auf - die meisten träumen immer noch und glauben tatsächlich, dass es immer so weiter geht.

    Viele werden sich schon sehr bald wundern.

  • Wie gut diese träumerisch grünen Aktivisten Öko können, sieht man ja an den Heiz- und Stromkosten. Auch die Benzinpreise verderben uns den Fahrspass - und dazu will Grün ja noch Tempo 30 in Städten bzw 110 auf Autobahnen. Steuern rauf und trotzdem neue Schulden machen, darin sind sie wirklich gut. Sonst aber sind diese Maschinenstürmer zu nichts zu gebrauchen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%