Klima-Konferenzzentrum an Uno übergeben
Aktivisten stoppen Sonderzug mit Ministerin Hendricks

Beim Uno-Klimatreffen geht es um viel: Gelingt es den Staaten, die Erderwärmung zu begrenzen? Paris steht vor entscheidenden Tagen. Das Thema bewegt auch Aktivisten: Radikale haben den Zug der Umweltministerin gestoppt.

Le Bourget/FrankfurtFrankreichs Außenminister Laurent Fabius hat am Samstag das Gelände für die Weltklimakonferenz an die Vereinten Nationen übergeben. Uno-Klimachefin Christiana Figueres nahm in Le Bourget bei Paris symbolisch den Schlüssel für das Konferenzzentrum entgegen. Die knapp zweiwöchige Uno-Klimakonferenz beginnt an diesem Montag. Ziel ist ein verbindlicher Vertrag, um den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu drosseln und die Erderwärmung einzudämmen. Zum Auftakt werden rund 150 Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Eine Gruppe radikaler Klimaaktivisten stoppte am Samstag den Sonderzug mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf dem Weg nach Paris. Während eines planmäßigen Halts im Frankfurter Hauptbahnhof ließen sich drei Aktivisten mit Seilen auf das Dach des ICE herab. Polizisten und Bahn-Mitarbeiter, die auf dem Bahnsteig standen, riefen ihnen zu: „Passt auf die Leitungen auf, da ist Strom drauf!“ Zwei weitere Aktivisten ketteten sich vor dem Zug an den Gleisen fest.

Ein Mitglied der Gruppe rief vom Dach des Zuges, die Teilnehmer des Klimagipfels in Paris seien „nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems“. Wie lange sich die Weiterfahrt der deutschen Delegation verzögern würde, war zunächst unklar. Der deutsche Klima-Sonderzug sollte ursprünglich am frühen Samstagabend in Paris eintreffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt beim Weltklimagipfel vor allem auf die verbindliche Vereinbarung von Folgeprozessen. Wenn man das erreiche, sei zumindest ein Pfad eingeschlagen, der „noch glaubwürdig vervollständigt werden“ müsse, aber ein Anfang wäre gemacht, sagte die Kanzlerin in ihrem Internet-Podcast.

Merkel verwies darauf, dass viele Staaten im Vorfeld des Gipfels eigene Reduktionsziele bei den CO2-Emissionen vorgeschlagen hätten. Zudem habe China mit dem Jahr 2030 jetzt zum ersten Mal einen Reduktionszeitpunkt genannt. Damit sei ein neuer Zeitabschnitt eingeläutet. Die Industrieländer hätten die Aufgabe, Technologien zu entwickeln, von denen dann auch Schwellen- und Entwicklungsländer Gebrauch machen könnten, fügte die Kanzlerin hinzu.

Von Montag an sollen Delegierte aus 195 Ländern in zwei Plenarsälen über ein Abkommen zum Klimaschutz verhandeln. Dabei müsse eine nachhaltige Entwicklung für alle erreicht werden, forderte Heinz Fuchs vom evangelischen Hilfswerk Brot für die Welt. Wichtig sei, dass ausreichend Finanzmittel zur Verfügung gestellt würden, damit auch den Ärmsten eine Anpassung an den Klimawandel gelingen könne. „Niemand darf beim Klimaschutz zurückbleiben“, so Fuchs.

Rund 7000 Menschen beteiligten sich diesen Angaben zufolge am Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit – einen oder mehrere Tage und einige die gesamten 1500 Kilometer. Unter den Motto „Geht doch!“ habe der Pilgerzug am 13. September in Flensburg begonnen und habe nun Paris erreicht. Dort fanden am Samstag zum Abschluss ein interreligiöses Gebet in der Basilika Saint-Denis und die Übergabe von Petitionen an die Verhandlungsleitung und die politisch Verantwortlichen statt, wie es hieß.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%