Klimabeitrag der Energieversorger
Merkel sucht nach Alternativen zu Gabriels Kohleabgabe

Kanzlerin Merkel scheint kein Fan von Gabriels Vorschlag zu einer Abgabe auf Kohlestrom zu sein. Auch Gewerkschaften befürchten einen großen Jobverlust im Energiesektor und die Gefährdung der Versorgungssicherheit.
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BerlinDas Kanzleramt sucht nach Alternativen, wie die Energieversorger ihren Klimabeitrag leisten können. Nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen erfragen Merkels Beamte gerade in der Branche, wie der Energiesektor alternativ die 22 Millionen Tonnen CO2 einsparen kann – anstelle des von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ins Gespräch gebrachten Klimabeitrag auf die Produktion von Braunkohlestrom.

Dagegen hatten zuletzt mehr als 10.000 Beschäftigte nach einem Aufruf der Gewerkschaften IG BCE und Verdi demonstriert. Sie fürchten, dass fast alle Kohlekraftwerke bei einer Abgabe vom Netz gehen müssten und damit 100.000 Arbeitsplätze gefährdet seien.

Damit würde die Versorgungssicherheit gefährde sein. Nach Informationen des Handelsblatts berät Minister Gabriel am Mittwoch mit dem Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, über die künftigen Kraftwerkskapazitäten in Deutschland und Europa. An dem Treffen soll auch Gabriels Staatssekretär Baake teilnehmen

Alternativ zum Klimabeitrag sind mehr Energieeffizienz oder aber eine größere Kraftwerksreserve von acht statt der geplanten vier Gigawatt im Gespräch. Solche Kraftwerke dürfen ihren Strom nicht mehr am Markt verkaufen, sondern stehen auf Weisung der Bundesnetzagentur als Reserve zur Verfügung. Auch könnte der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung weniger stark als von Gabriel geplant gedrosselt werden, wie es hieß.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

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