Klimagipfel
Ökonomen warnen vor Scheitern

Die Erfolgschancen für den als historisch gewerteten Klimagipfel Mitte Dezember sind dramatisch gesunken. Führende Ökonomen schlagen Alarm und warnen eindringlich vor den Folgen eines Scheiterns des hochkarätig besetzten Treffens in Kopenhagen.
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DÜSSELDORF. „Der Klimawandel kann global enorme volkswirtschaftliche Schäden verursachen und somit ähnlich hohe negativen Folgewirkungen verursachen kann wie die Weltwirtschaftskrise“, sagte die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, am Dienstag im Gespräch mit Handelsblatt Online. Der Klimagipfel in Kopenhagen sei daher „das wichtigste Treffen für den Klimaschutz aller Zeiten“, betonte sie. Denn die Nationen müssten jetzt die Krise nutzen und gezielt die Klima- und Energiekrise vermeiden. „Wichtig ist, dass die Nationen jetzt langfristig stabile Rahmenbedingungen für den Klimaschutz festlegen, um die Klimakrise und die negativen Kosten vermeiden“, sagte Kemfert.

Ähnlich äußerte sich der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn. Auf längere Sicht könne der Klimawandel deutlich dramatischere Auswirkungen haben als die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise, sagte er Handelsblatt Online. „Schon heute sind die Ausgaben für Versicherungen gegen Klimaschäden verschiedenster Art deutlich gestiegen und sie werden weiter zunehmen.“ Im Unterschied zur Finanzkrise werde dies aber wohl „ein längerfristiger Prozess“ sein, fügte der Ökonom hinzu. Horn befürchtet dennoch, dass die Folgen des Klimawandels den Lebensstandard ungleichmäßig mindern könnten. „Die Erfahrung zeigt, dass ärmere Bevölkerungsschichten und ärmere Volkswirtschaften tendenziell stärker unter Umweltschäden zu leiden haben“, erklärte der IMK-Chef. Umgekehrt könne das rechtzeitige Angehen dieser Probleme nicht nur Schäden verhindern, sondern über vermehrte Investitionen sogar Wohlstand schaffen. „Davon dürften dann jene Volkswirtschaften besonders profitieren, die zuerst und am schnellsten in diese Richtung marschieren“, sagte Horn.

Die Erfolgschancen für den als historisch gewerteten Klimagipfel Mitte Dezember waren am Wochenende dramatisch gesunken. US-Präsident Barack Obama und andere Teilnehmer des Apec-Gipfels in Singapur hatten offiziell erklärt, das ursprünglich angestrebte weltweite Klimaabkommen sei in Kopenhagen nicht mehr zu erreichen. Auch die Bundesregierung rechnet nun nicht mehr mit dem Abschluss des Vertragswerks.

Direktor des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, warnte dagegen vor vorschnellen Schlüssen eines möglichen Gipfel-Scheiterns. „Eine Kollapsdrohung, die wissenschaftlich nicht gestützt werden kann, ist keine gute Kulisse für die Verhandlungen in Kopenhagen“, sagte Hüther Handelsblatt Online. „Es wird dabei um einen fairen Interessenausgleich der Industrieländer einerseits und der Schwellen- und Entwicklungsländer andererseits gehen." Gleichwohl zeigte sich Hüther überzeugt, dass sich die Ernsthaftigkeit der Politik nur in einer einer konsequenten Klimapolitik erweisen könne. Damit sei es aber derzeit „nicht gut bestellt“, fügte er hinzu. Beispielhaft zeigt sich das nach Hüthers Ansicht bei der Behandlung des Themas Wohnen. Rund 40 Prozent des CO2-Ausstoßes rührten daher. Eine energetische Gebäudesanierung könne aber ohne Änderung des Mietrechts nicht gelingen. „Das aber hat Politik noch nicht angemessen thematisiert“, so Hüther. „Große Drohkulissen sind dafür aber nicht wirklich hilfreich, weil sie Handlungsgrenzen beschreiben statt Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.“

Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, warnte davor, die Themen Klimaschutz und Finanzmarktkrise zu vermengen. „Handlungsrezepte aus dem einen Feld für das andere abzuleiten, ist schwierig, ein Vergleich von Schadensbilanzen wohl nicht besonders sinnvoll“, sagte Kater Handelsblatt Online. Jede dieser Herausforderungen verlange eigene Strategien zu ihrer Bewältigung. „Dabei dürfen aber bei aller Dringlichkeit von Maßnahmen gegen die Verwerfungen im Finanzsystem die langfristigen Aufgaben beim Klimaschutz nicht in den Hintergrund gedrängt werden“, gab der Ökonom zu bedenken.

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  • Der menschgemachte Klimawandel ist ein riesiger HOAX. So langsam werden auch die Politiker dahinter gekommen sein, dass der Klimawandel ein ständiges Auf und Ab ist und durch die Natur allein reguliert wird. Die Länder, die versuchen das Klima zu beeinflussen, schaden sich nur selbst, weil ihre eigenen Regeln nur die Kosten in die Höhe treiben und nichts am Klima ändern können. Die Erde ist kein Treibhaus und CO2 kein Treibhausgas. Ohne CO2 würde es keine Pflanzen geben und ohne Pflanzen keinen Sauerstoff. Die Menschheit wird belogen, sodass alle freiwillig für die Wiedergutmachung der angeblichen Schändung der Erde hohe Summen zahlen. Wenn die Welt gerade untergeht, warum gehen dann die Politiker nicht mit gutem beispiel voran?? Sie fahren überdemensionierte PKWs und fliegen von einem Temin zum nächsten obwohl sie mit der bahn fahren könnten. AlGore hatte ein Rockkonzert gegen den Klimawandel organisiert. Die Rockbands kamen mit ihren Privatfliegern und das Equipment mit hunderten von LKWs von überall aus der Welt. Der Stromverbrauch der mehrere tausend Watt starken Musik- u. Lichtanlagen war größer, als der den mehrere Städte tagelang für das normale Leben benötigen. AlGore lebt in seiner Villa mit extrem hohen Wasser- und Stromverbrauch. Lasst euch nicht länger für dumm verkaufen und lasst nicht länger zu, dass der Klimaschwindel unser Leben verteuert. Denn zahlen sollen immer nur die kleinen Leute. Die anderen lachen uns nur aus.

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