Klimaschutz
„Deutsche Industrie muss Vorreiterrolle übernehmen“

Wenn Deutschland erfolgreich sein will im Kampf gegen höhere Temperaturen und steigende Meeresspiegel, darf nicht auf das Potenzial neuer Technologien verzichtet werden, schreibt Bundesministerin Annette Schavan in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Sie können ihrer Ansicht nach helfen, Energie effizienter zu erzeugen und den Verbrauch spürbar zu senken.

Seit Monaten erklären uns die Klimaforscher deutlicher als je zuvor, was jetzt zu tun ist: schnell die Treibhausgasemissionen senken, die Energieeffizienz spürbar steigern und den Anteil erneuerbarer Energien stark erhöhen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb heute führende Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft zum Klima-Forschungsgipfel nach Berlin eingeladen.

Wir präsentieren dort die High-Tech-Strategie zum Klimaschutz – ein umfassendes Konzept dafür, wie sich die Forschung am besten im Kampf gegen den Klimawandel nutzen lässt. Denn eines wird in der Debatte über den besten Weg im Klimaschutz immer deutlicher: Wenn wir erfolgreich sein wollen im Kampf gegen höhere Temperaturen und steigende Meeresspiegel, dann können wir nicht auf das Potenzial neuer Technologien verzichten.

Noch ist diese Tatsache zu wenigen Menschen bewusst. Vielen bedeutet Klimaschutz vor allem, ihr Verhalten zu ändern, Verzicht zu üben und damit einen Teil ihrer Freiheit aufzugeben. Diese Sichtweise lässt außer Acht, welche Chancen in neuen Technologien liegen. Sie können helfen, Energie effizienter zu erzeugen, den Verbrauch spürbar zu senken und uns an den Teil des Klimawandels besser anzupassen, der nicht mehr zu vermeiden ist. Wir können also unsere guten Lebensbedingungen erhalten, wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen. Dabei ist Klimaschutz auch eine Chance für die Wirtschaft: Die Industrie in Deutschland muss in Sachen Klima eine Vorreiterrolle übernehmen.

Im Kampf gegen den Klimawandel dürfen wir nicht verzagt sein, sondern sollten den Mut für große Schritte haben. So muss zum Beispiel Energie langfristig in Kraftwerken erzeugt werden, die fast keinen Ausstoß von Treibhausgasen mehr erzeugen. Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht nur bestehende Technologien weiterentwickeln, sondern auch neue Ideen zur sauberen Erzeugung von Energien fördern. So sollten Autos langfristig ohne umweltschädliche Abgase auskommen. Hierfür sind Forschungen zum Thema Wasserstoff entscheidend.

Bei der Umsetzung unserer Visionen setzen wir auf die High-Tech-Strategie zum Klimaschutz: Ihre Stärke besteht in einer besonders engen Zusammenarbeit von Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Auf dem Klima-Forschungsgipfel werden wir zum Beispiel Innovationsallianzen vorstellen, die sich zu bestimmten zentralen Themen zusammengefunden haben.

Die ersten vier dieser Innovationsallianzen stehen in den Startlöchern: Eine Allianz beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung von organischen Materialien für Fotovoltaik – also der Umwandlung von Sonnenenergie in Strom. Diese organischen Materialien sind interessante Alternativen zu dem bislang weitgehend in der Fotovoltaik eingesetzten Silizium. Ziel der Allianz sind biegsame, leichte und kostengünstige Solarzellen. Forscherteams in Deutschland sind auf diesem Gebiet führend, für die Wirtschaft eröffnen sich weltweit neue Absatzchancen.

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