Klimaschutz
Metropolen senden „Impulse für Kopenhagen“

Die Metropolen der Welt sehen sich in der Verantwortung für den Klimaschutz: Auf der „City Climate Conference“ in Hamburg wollen die Städte Verpflichtungen erarbeiten und Empfehlungen geben – und sind damit den Teilnehmern des Weltklimagipfels in Kopenhagen um Meilen voraus.
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HB HAMBURG. Im Kampf gegen die Erderwärmung wollen Metropolen in der ganzen Welt ein Bündnis für den Klimaschutz eingehen. Bei der ersten „City Climate Conference“ in Hamburg streben Bürgermeister und Städtevertreter von vielen Kontinenten mit Blick auf den Weltklimagipfel Mitte Dezember eine gemeinsame Erklärung an. Von dem Papier sollen „Impulse für Kopenhagen“ ausgehen, sagte der Hamburger Erste Bürgermeister Ole von Beust am Dienstag zur Eröffnung der zweitätigen Konferenz.

„Städte tragen eine besondere Verantwortung, gegen die Erderwärmung anzukämpfen, da auch 75 Prozent der Klimagase in städtischem Umfeld produziert werden“, betonte von Beust bei seiner Auftaktrede vor etwa 250 Teilnehmern aus Metropolen wie Abu Dhabi, Barcelona, Chicago, Göteborg, Moskau, Stockholm oder Wien. Bei der Tagung sollen unter anderem eine klimafreundliche Energieversorgung für Kommunen, nachhaltige Stadtplanung und der öffentliche Nahverkehr zur Diskussion stehen.

Die gemeinsame Erklärung der „City Climate Conference“ besteht unter anderem aus sieben Verpflichtungen der Städte und sieben Forderungen an die internationale Gemeinschaft. Als besonderer Schwerpunkt wird genannt, dass die Reduzierung der weltweiten Emissionen bis zum Jahr 2050 auf 50 Prozent verbindlich für alle Länder festgelegt werden soll.

„Die Städte wollen den Klimawandel eindämmen mit der effizienten Nutzung erneuerbarer Energien, mit der Nutzung effizienter Motoren und Technik sowie mit der drastischen Senkung ihres Energieverbrauchs“, heißt es in dem Papier weiter. Am Mittwoch wollen die Teilnehmer der Konferenz die gemeinsame Erklärung unterzeichnen.

Der Generaldirektor für Umwelt der EU-Kommission, Matthias Ruete, räumte ein, dass Investitionen in städtische Klimaprojekte gerade in der Wirtschaftkrise schwer durchzusetzen seien, aber auch „eine Quelle für stabile Beschäftigungszahlen“ sein könnten. Der EU-Berater und Präsident der Foundation on Economic Trends, Jeremy Rifkin, forderte in seinem Vortrag zu Beginn der Konferenz, eine industrielle Energierevolution einzuleiten. Den Städten käme dabei vor allem die Aufgabe zu, ihre Architektur derart umzugestalten, dass ein Großteil der Bebauung in Ballungsräumen zur eigenständigen Energieerzeugung genutzt werde.

Als erste Stadt in der EU soll Hamburg im Jahr 2011 den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ tragen. Die neue Auszeichnung soll künftig jährlich an Metropolen in der Europäischen Union für ihre Initiativen im Umweltschutz vergeben werden.

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