Klimaschutz
„USA und China müssen sich bewegen“

Die Wirtschaft hat die Europäische Union vor weiteren Zugeständnissen beim Klimagipfel in Kopenhagen gewarnt. Die bisherigen Angebote der USA und China seien „völlig unzureichend“, sagte der Präsident des europäischen Dachverbands Businesseurope, Jürgen R. Thumann, dem Handelsblatt.
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BRÜSSEL/BERLIN. Die EU dürfe ihre Zusage, die Treibhausgase bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, nicht weiter aufstocken. Nur wenn sich auch die größten Emittenten USA und China bewegten, könne man über weitere Zugeständnisse reden, sagte Thumann.

Heute will sich der EU-Gipfel in Brüssel mit den Klimaverhandlungen befassen. Die Europäer haben bereits vereinbart, ihr Einsparziel auf 30 Prozent zu erhöhen, falls es in Kopenhagen zu einer umfassenden Einigung kommt. Außerdem planen sie Soforthilfen für die Entwicklungsländer, um einen Durchbruch beim Klimagipfel in Kopenhagen zu erleichtern. Nach Berechnungen der EU-Kommission benötigen die Entwicklungsländer kurzfristig bis 2012 jährlich fünf bis sieben Mrd. Euro für den Klimaschutz. Die EU sei bereit, davon rund ein Drittel zu übernehmen, hieß es in diplomatischen Kreisen in Brüssel.

Europas Wirtschaft sieht das Engagement der EU-Staaten kritisch. „Ich hoffe, dass wir nicht noch mehr Vorleistungen bringen. Denn das wird gerne ohne Gegenleistung angenommen“, warnte Thumann. Die EU und die europäische Wirtschaft hätten sich schon zu großen Klimaschutz-Anstrengungen verpflichtet. Nun müssten auch Emittenten wie die USA aktiv werden: „Mit einem Anteil von 6,5 Prozent an den weltweiten Emissionen kann Europa nicht allein das Klima retten.“

Thumann begrüßte, dass US-Präsident Barack Obama nach Kopenhagen reisen will. „Das macht mich recht zuversichtlich“, sagte der langjährige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Allerdings sei das amerikanische Angebot unzureichend. Die vom US-Kongress vorgeschlagene Reduzierung der Kohlendioxidemissionen um 17 Prozent beziehe sich auf das Jahr 2005. Nehme man – wie die EU – 1990 als Vergleichsbasis, entsprächen die Ankündigungen der USA nur noch Einsparungen von drei Prozent. Dies reiche nicht dafür aus, dass die EU ihr Einsparungsziel auf 30 Prozent erhöhe.

Kritisch äußerte sich Thumann auch zur Debatte über die Finanzierung des Klimaschutzes. Der europäische Emissionshandel müsse auf die USA und China ausgeweitet werden. „Wir dürfen nicht nur unsere Unternehmen belasten.“ Die EU sollte auch auf neue Klimasteuern verzichten. Die von Frankreich vorgeschlagenen Grenzsteuern seien schädlich.

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  • was von den zugeständnissen chinas zu halten ist ,
    sehen wir tag täglich an unsern flughäfen.
    der minderwertige schrott wird als ,,markenware,, verkauft.
    einzige möglichkeit treibhausgase usw. einzudämmen ist nach wie vor , der ersatz von kohle,öl und gas durch moderne kernkraftwerke !!!
    diese anlagen stoßen keine schadstoffe aus die wir für eine klimaerwärmung verantwortlich machen können.
    der wasserdampf lässt sich durch wärmetauscher in unsere wohnungen leiten.

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