Klimaschutz-Ziele
Energiebranche weist Vorwürfe Gabriels zurück

Die Energiebranche wehrt sich gegen den Vorwurf, sie halte ihre Zusagen zum Klimaschutz nicht ein. Die Stromkonzerne seien auf gutem Wege, ihre für 2010 gesteckten Ziele zu erreichen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, dem Handelsblatt.

BERLIN. Die Branche widerspricht damit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Gabriel hatte kürzlich gesagt, es sei schon heute klar, dass die Branche ihre Ziele „um Längen“ verfehlen werde.

Die Energiewirtschaft hatte sich 2001 in der „Kraft-Wärme-Kopplungs-Vereinbarung“ verpflichtet, zwischen 1998 und 2010 zusätzliche Maßnahmen zur Kohlendioxidminderung in der Größenordnung von bis zu 45 Mill. Tonnen zu verwirklichen. Als Zwischenziel für 2005 wurde die Vermeidung von zehn Mill. Tonnen Kohlendioxid durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie die Vermeidung von weiteren zehn Mill. Tonnen durch „sonstige Maßnahmen“ vereinbart.

„Die deutsche Elektrizitätswirtschaft hat ihre Zusagen zum Klimaschutz eingehalten. Das Zwischenziel 2005 wurde voll erreicht. Die seit 1998 getroffenen Maßnahmen der Stromunternehmen bewirkten eine Kohlendioxidminderung von insgesamt 24 Mill. Tonnen“, sagte Meller. Damit wäre das Zwischenziel der Reduzierung um 20 Mill. Tonnen sogar deutlich übertroffen.

Nach Angaben des VDEW wurde durch die Erweiterung und Modernisierung von KWK-Anlagen eine Emissionsreduzierung von zehn bis zwölf Mill. Tonnen Kohlendioxid erreicht, weitere zwölf Mill. Tonnen seien durch „sonstige Maßnahmen“ vermieden worden. Laut VDEW hat dabei der Ausbau der erneuerbaren Energien einen Beitrag von fünf Mill. Tonnen erbracht, sieben Mill. Tonnen ergeben sich aus der Steigerung der Effizienz von Kraftwerken.

Die Branche hat diese Werte dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) übermittelt. Das RWI erarbeitet für die Bundesregierung den Monitoringbericht zur Selbstverpflichtung der Energiewirtschaft.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
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