Klimawandel
Gabriel legt Aktionsplan gegen Kohlendioxid-Ausstoß vor

Bundesumweltminister Gabriel hat einen ambitionierten Acht-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem der Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland massiv gesenkt werden soll. Bei der Gelegenheit brach ein alter Streit in der Koalition wieder auf.

HB BERLIN. Bis 2020 soll der CO2-Ausstoß um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. „Wir sollten uns das Ziel setzen, Deutschland zur energieeffizientesten Volkswirtschaft der Welt zu machen“, sagte Gabriel am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. „Nur mit einer ambitionierten Steigerung der Energieeffizienz und dem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien können wir die Klimaschutzziele erreichen.“ Der Stromverbrauch müsse sinken und der Anteil an Öko-Energien ausgebaut werden.

Gabriel räumte ein, dass Deutschland im vergangenen Jahr bei der Senkung des CO2-Ausstoßes leicht zurückgefallen sei. Er appellierte an die Bürger, etwa mit kurzem, kräftigem Lüften Heizenergie zu sparen und Elektrogeräte mit Stand- by-Schaltungen nachts abzuschalten. „Energie sparen ist so einfach und lohnt sich.“

Gabriel setzt weiter auf Kohlekraftwerke und lehnt längere Laufzeiten von Atomkraftwerken ab. Die Atomkraft zum Angelpunkt bei Energiepolitik und Klimaschutz zu machen, „hat mit der Realität nichts zu tun“, sagte er. „Wir können bis auf weiteres auf den Einsatz von Kohle für die Stromerzeugung nicht verzichten.“ Bis 2012 seien drei große Braunkohle-, sechs Steinkohle- und sieben Gaskraftwerke in Planung. Dieser Ersatz für ineffiziente Anlagen bringe eine massive Entlastung von Treibhausgasen.

Der Gabriel-Klimakatalog im Einzelnen:



  • Stromverbrauch:

    Durch sparsamere Elektrogeräte soll im Jahre 2020 elf Prozent weniger Elektritizät verbraucht. 40 Millionen Tonnen CO

    2

    sollen der Atmosphäre dadurch erspart bleiben.


  • Kraftwerke:

    Die Modernisierung von Kohle- und Gaskraftwerke soll 30 Millionen Tonnen CO

    2

    einsparen.


  • Erneuerbare Energien:

    Der Anteil regenerativer Energien an der Stromerzeugung soll auf mehr als 27 Prozent steigen. Dies würde 55 Millionen Tonnen CO

    2

    weniger bedeuten.


  • Kraft-Wärme-Koppelung:

    Die kombinierte Nutzung von Strom und Wärme in Kraftwerken soll auf 25 Prozent verdoppelt werden. Effekt: 20 Millionen Tonnen CO

    2

    weniger.


  • Energieverbrauch:

    Der Verbrauch von Energie insgesamt soll durch die Sanierung von Gebäuden, wirksamere Heizungsanlagen und effizientere Herstellungsverfahren der Industrie sinken. Dadurch sollen 41 Millionen Tonnen CO

    2

    eingespart werden.


  • Wärme:

    Der Anteil der Bio-Energien an der Wärmeerzeugung kann den Plänen zufolge auf 14 Prozent steigen. Spareffekt: minus 14 Millionen Tonnen CO

    2

    .


  • Verkehr:

    Bundesbürger sollen „effizienter“ unterwegs sein und mehr Biokraftstoffe tanken, deren Anteil auf 17 Prozent steigen soll. Dadurch sollen 30 Millionen Tonnen CO

    2

    eingespart werden. Damit mehr Bürger mit der Bahn fahren statt mit dem eigenen Auto, hat Gabriel vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer für Fernverkehrstickets von 19 auf sieben Prozent zu reduzieren.


  • Andere Treibhausgase:

    Weil nicht nur CO

    2

    für den Treibhauseffekt verantwortlich ist, sondern auch andere Gase, soll deren Ausstoß so stark verringert werden, dass es mit 40 Millionen Tonnen CO

    2

    vergleichbar ist.
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