Klimawandel New York verklagt fünf Ölkonzerne

New York will fünf Ölkonzerne für Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels zahlen lassen. Außerdem will die Stadt Milliarden Dollar an Anlagen in fossile Brennstoffe aus seinen Rentenfonds veräußern.
Update: 10.01.2018 - 23:11 Uhr Kommentieren
New York will Ölunternehmen für die Folgen des Klimawandels in die Pflicht nehmen. Quelle: AP
Konzerne sollen zahlen

New York will Ölunternehmen für die Folgen des Klimawandels in die Pflicht nehmen.

(Foto: AP)

New YorkWeil sie zur globalen Klimaerwärmung beigetragen haben sollen, verklagt die Stadt New York fünf große Ölkonzerne. Die Stadt klage auf Milliarden, um Geld zurückzubekommen, das sie zur Abfederung der Folgen des Klimawandels ausgegeben haben, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch. Die Stadt reichte Klage gegen BP, Chevron, Conoco Phillips, Exxon Mobil und Royal Dutch Shell ein.

„Wir bringen den Kampf gegen Klimawandel direkt zu den Unternehmen für fossile Brennstoffe, die von seinen Auswirkungen wussten und die Öffentlichkeit absichtlich in die Irre führten, um ihre Profite zu schützen“, teilte de Blasio mit. „Während sich der Klimawandel weiter verschlechtert, liegt es an den Unternehmen für fossile Brennstoffe, deren Gier uns in diese Lage gebracht hat, die Kosten dafür zu schultern, New York sicherer und widerstandsfähiger zu machen.“

Die Verantwortlichen von New York City argumentieren, dass die Industrie für fossile Brennstoffe seit Jahrzehnten gewusst habe, dass das Verbrennen von Treibstoff den Klimawandel beeinflusse. Die Städte San Francisco, Oakland, und Santa Cruz in Kalifornien haben ähnliche Klagen gegen Ölunternehmen eingereicht.

Ein BP-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Shell-Sprecher sagte, der Klimawandel sei ein komplexes Thema, das nicht vor Gericht gebracht werden sollte. Exxon Mobil erklärte, das Unternehmen habe in gutem Glauben Versuche unternommen, dem Klimawandel zu begegnen. Prozesse erreichten dieses Ziel nicht. Die anderen Unternehmen äußerten sich zunächst nicht.

Die Stadt New York ergreift auch eine weitere Maßnahme in Bezug auf fossile Brennstoffe: De Blasio, ein Mitglied der Demokratischen Partei, und Rechnungsprüfer Scott Stringer teilten am Mittwoch mit, dass sie rund fünf Milliarden Dollar an Anlagen in fossile Brennstoffe aus den fünf Rentenfonds der Stadt abziehen wollten. Es sei die bislang größte Veräußerung einer Gemeinde in den USA.

„Den Ruhestand der Polizeibeamten, Lehrer und Feuerwehrleute unserer Stadt zu schützen, ist unsere oberste Priorität und wir glauben, dass ihre finanzielle Zukunft mit der Nachhaltigkeit des Planeten verbunden ist“, teilte Stringer mit.

Clara Vondrich von der Kampagne Divest Invest teilte mit, New York City schließe sich einer Bewegung an, die vor etwa sechs Jahren begonnen habe. Die Städte Washington, Berlin und Kapstadt, die Versicherungsunternehmen Swiss Re, Axa und Allianz und die Hochschulen University of Oxford, Stanford University und Trinity College hätten ebenfalls Anlagen in fossile Brennstoffe veräußert.

Der Energieanalyst Brian Youngberg von Edward Jones Investments sagte, eine solche Veräußerung sei nicht ganz uneigennützig. Die Prognose für Anlagen in fossile Brennstoffe ist nach Behördenangaben weiter negativ.

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