Klinikärzte
Marbuger Bund fordert fünf Prozent mehr

Die 55 000 Ärzte an Stadt- und Kreiskrankenhäusern sollen nach dem Willen der Gewerkschaft Marburger Bund fünf Prozent besser entlohnt werden. Weiterhin forderte die Ärzte-Vertretung eine bessere Vergütung der Bereitschaftsdienste.
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HB BERLIN. Trotz knapper öffentlicher Kassen will die Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) für die rund 55 000 Mediziner an kommunalen Krankenhäusern fünf Prozent mehr Geld durchsetzen. Daneben sollen die nächtlichen Bereitschaftsdienste um etwa ein Drittel besser als bisher honoriert werden. Die Forderung des MB übertrifft damit diejenige für den Öffentlichen Dienst mit insgesamt fünf Prozent.

Der MB-Vorsitzende Rudolf Henke nannte die Forderungen am Montag in Berlin gleichwohl „maßvoll“. Damit wolle seine Organisation sowohl den noch immer vorhandenen Nachholbedarf abbauen als auch einen Beitrag zur Stützung der Binnenkonjunktur leisten. Die Tarifverhandlungen zwischen MB und der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) beginnen am 18. Januar in Frankfurt/Main.

Das Forderungsvolumen bezifferte Henke auf knapp 200 Mio. Euro, wobei aber die Aufschläge für nächtliche Bereitschaftsdienste nicht eingerechnet sind. Finanziellen Spielraum für die Kommunen erhofft sich der MB-Chef aus den Bund-Länder-Verhandlungen im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag über einen höheren Bundeszuschuss zu den Unterkunftskosten von Hartz-IV-Beziehern.

Henke wies auf die steigende Arbeitsbelastung für die Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern hin, wozu auch die vielen nicht besetzten Stellen beitrügen. Die Forderung nach besserer Honorierung der nächtlichen Bereitschaftsdienste begründete er mit der Praxis der Arbeitgeber, diese Dienste zunehmend als Ersatz für Vollarbeit „zu missbrauchen“.

Die Bezahlung der Bereitschaftsdienste - sie liegt derzeit zwischen 22,30 und 32 Euro pro Stunde und soll auf 30 bis 41 Euro steigen - wird jedoch nach Henkes Darstellung mit anschließenden Ruhezeiten verrechnet, sodass nur wenige oder gar keine Stunden zur Auszahlung gelangten. Dieser „Lohnraub“ müsse ein Ende haben. Der MB fordert zugleich eine Verlängerung der tariflichen Altersteilzeit- Regelung.

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