KMK beschließt grundlegende Reform
Rechtschreibung wieder auf der Tagesordnung

Die Kultusministerkonferenz (KMK) wird grundlegend reformiert. Darauf haben sich einstimmig die Kultusminister der 16 Bundesländer am Donnerstag in Frankfurt verständigt. Im Bundestag ist unterdessen erneut über die Rechtschreibreform gestritten worden.

HB FRANKFURT. Die KMK soll sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, wie die Qualitätssicherung von Schulen und Hochschulen und die Entwicklung von Bildungsstandards für den Unterricht. Die Zahl der Gremien wird um die Hälfte reduziert.

Im Bundestag wurde zudem ein Antrag aus verschiedenen Fraktionen mit dem Ziel, die Rechtschreibreform sofort zu stoppen, ebenso wie ein Antrag der Union für eine „schnellstmögliche Schadensbegrenzung“ bei der Rechtschreibreform an die zuständigen Ausschüsse überwiesen.

Deutlich wurde, dass die Abgeordneten in den früheren bayerischen Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) ihre Hoffnung setzen, der am 17. Dezember in Mannheim den Vorsitz des Rates für deutsche Rechtschreibung übernehmen soll. Das Expertengremium soll bis zum Sommer 2005 Korrekturen an der Rechtschreibreform erarbeiten.

Der CDU-Abgeordnete Günter Nooke sprach in der lebhaften Debatte vor weitgehend leeren Reihen von einer erschreckenden Verwirrung in der Bevölkerung, die schnell beendet werden müsse. „Der Notfall ist eingetreten.“ Die Aufstellung von Rechtschreibregeln sei nicht Sache des Staates. „Die Sprache gehört dem Volk!“ Die Union sei aber gegen ein „Zurückkommando zur alten Rechtschreibung“.

Der SPD-Abgeordnete Eckhardt Barthel warf der Union vor, sie wärme sich ihre Hände „an einem populistischen Feuer“. Der Bundestag sei nicht die Bühne für die Rechtschreibung. Dafür gebe es kompetente Experten. Die Grünen-Abgeordnete Grietje Bettin warnte davor, die Kinder und Schüler in diesem Streit zum hilflosen Spielball werden zu lassen. Bei einem Kippen der Reform müssten sie innerhalb weniger Jahre erneut umlernen. Außerdem würden Kosten für neue Schulbücher in dreistelliger Millionenhöhe anfallen.

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