KMK-Präsident
Tesch verspricht Lösung der Bachelor-Probleme

Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Henry Tesch (CDU), hat den protestierenden Studenten eine zügige Reform der umstrittenen Bachelor-Studiengänge zugesagt. Die Kultusminister der Länder wollen an diesem Donnerstag in Bonn deutliche Korrekturen an den vor zehn Jahren eingeführten Bachelor- und Masterstudiengängen beschließen.
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HB BERLIN/BONN/KÖLN. Im Deutschlandfunk räumte Tesch am Donnerstag ein, dass sich die Bildungspolitiker bereits früher um die beklagten Probleme wie Stofffülle und Prüfungsdichte hätten kümmern müssen. Auch hätte die berufliche Verwertbarkeit des Bachelor-Abschlusses rechtzeitiger auf den Prüfstand gehört. Der CDU-Politiker Tesch ist Kultusminister in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kultusminister der Länder wollen an diesem Donnerstag in Bonn deutliche Korrekturen an den vor zehn Jahren eingeführten Bachelor- und Masterstudiengängen beschließen. Der stellvertretende Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), der bayerische Ressortchef Ludwig Spaenle, sagte dazu am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin: "Die KMK hat bereits im Herbst auf ihrer Sitzung in Mecklenburg einen Maßnahmenkatalog beschlossen. Jetzt liegt die Umsetzung zu großen Teilen in den Händen der Universitäten. Das wollen wir heute auch anmahnen."

Die Prüfungen sollen nach dem Willen der KMK auf das "notwendige Maß" beschränkt werden. "Das heißt konkret, dass pro Modul, pro abzuleistender akademischer Einheit, nur noch eine Prüfung vorgesehen sein soll. Wir wollen auch eine wirkliche Korrektur mit einleiten, dass wir die Frage auch der Dauer eines Bachelor-Studiums flexibilisieren wollen", erklärte der CSU-Politiker weiter. Die KMK werde insgesamt eine Korrektur ansetzen, und der Dialog mit den Studenten werde weitergehen, betonte Spaenle.

Nach einer am Vortag bereits bekanntgewordenen Vorlage soll die Stofffülle und die Prüfungszahl begrenzt, die Studienzeiten flexibler gestaltet und die Anerkennung von Studienleistungen beim Hochschulwechsel garantiert werden. Vor dem Tagungsort der Kultusminister haben die Studenten eine Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern angekündigt. Auch in anderen Hochschulstädten sollen Protestaktionen stattfinden.

Gewerkschaft: Freier Zugang zum Master für alle

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte das Einlenken der Kultusminister bei den umstrittenen Bachelorstudiengängen. Nun komme es aber auch darauf an, allen Studierenden den freien Zugang zum weiterführenden Masterstudium zu sichern, sagte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller am Donnerstag. Die Beseitigung der vor allem an den Universitäten bestehenden zusätzlichen Hürden ist eine Kernforderungen der studentischen Proteste. Befürchtet wird, dass der Bachelor-Abschluss allein keine ausreichenden Arbeitsmarktchancen eröffnet.

Weder eine Quote noch die Note dürften den Zugang zum Masterstudium beschränken, forderte Keller. Die Länder müssten sicherstellen, dass für die heutige Generation der Bachelor- Studierenden morgen ausreichend Masterstudienplätze zur Verfügung stehen. Dafür müssten deutlich mehr Dozenten eingestellt werden.

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