Knapp 74 Prozent für Pronold
Stiegler und Pronold führen Bayern-SPD an

Neuer Vorsitzender der SPD in Bayern ist Fraktionsvize Ludwig Stiegler. Er wurde mit gut 90 Prozent der Stimmen vom Sonderparteitag in Fürth gewählt.

HB Berlin. Der stellvertretende Chef der SPD-Bundestagsfraktion Ludwig Stiegler ist neuer Vorsitzender der bayerischen SPD. Ein Sonderparteitag wählte den 59-Jährigen am Samstag in Fürth. Stellvertreter wurde der bayerische Juso-Chef Florian Pronold. Der gilt als Kritiker der derzeitigen Reformen der Bundesregierung. Der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering hatte auf dem Parteitag für beide geworben.

«Wir setzen darauf, dass die bayerische SPD mit Ludwig Stiegler an der Spitze eine wichtige Rolle spielt. Ich bin sicher, du wirst das gut machen», sagte Müntefering. Der 59-jährige Stiegler führt das Amt bereits kommissarisch, seit der SPD-Landeschef Wolfgang Hoderlein wegen des schwachen Abschneidens der SPD bei der bayerischen Landtagswahl im September zurück getreten war. Er war der einzige Bewerber und erhielt 90,6 Prozent der Stimmen.

Stiegler sagte in Fürth, zwar regiere die CSU Bayern. «Aber wir gehören zur Kanzlerpartei!» Außerdem habe die SPD beachtliche Erfolge in den bayerischen Kommunen. Die SPD müsse die Partei der Arbeitnehmer bleiben, sagte Stiegler unter großem Beifall der Delegierten.

«Die CSU will die Arbeitnehmer 100 Mal so sehr belasten wie wir, aber wir kriegen die rote Karte! Wir müssen mehr aufklären und uns mehr mit dem politischen Gegner befassen», appellierte er an die Delegierten des Sonderparteitags.

Pronold, der von Stiegler für einen der drei Stellvertreterposten vorgeschlagen worden war, erhielt 73,9 Prozent. Er rief die SPD auf, «die internen Debatten einzustellen und auf Angriff umzustellen.» Bundeskanzler Gerhard Schröder, der während der Vorstandswahl beim Parteitag eintraf, applaudierte seinem linken Opponenten für diesen Satz lachend Beifall.

Pronold mahnte auch die Gewerkschafter, die die Gründung einer linken Protestpartei angekündigt haben: «Es gibt nur einen Ort, wo man für mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Arbeitnehmerrechte kämpfen kann, und das ist in und mit der SPD, liebe Genossen!»

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