Koalition bleibt hart
Pin-Gruppe will Mindestlohn umgehen

Der Post-Konkurrent Pin will offenbar mit Auslagerungen den Mindestlohn umgehen. Bei den Gewerkschaften und auch in Teilen der Politik schwindet das Verständnis für die angespannte Lage des Post-Konkurrenten. Die Große Koalition will trotz der heftigen Diskussionen den Mindestlohn durchziehen.

HB BERLIN. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, plant das Unternehmen, Zusteller von Zeitungsverlagen und regionalen Briefdiensten einzusetzen. Zuvor hatte Pin die Entlassung von zunächst 850 Mitarbeitern angekündigt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi reagierte empört und sprach von „Schmutz-Konkurrenz“.

Nach dem Zeitungsbericht können die zumeist nebenberuflichen Zusteller von Zeitungsverlagen und regionalen Postdiensten die Briefe für Pin deutlich günstiger verteilen, weil sie oftmals nicht unter die geplante Mindestlohnregelung fallen. Die angeschlagene Pin Group rechne in diesem Jahr bei 350 Mill. Umsatz mit einem Verlust von bis 55 Mill. Euro. „Wir müssen eben ausdünnen“, zitiert das Blatt aus dem Pin-Management.

Die Berichte haben das Bundesarbeitsministerium in Alarmbereitschaft versetzt. „Das wäre ein bizarrer Vorgang, wenn sich das so bestätigen würde“, sagte Ressortsprecher Stefan Giffeler am Freitag in Berlin. Sollten sich die Angaben bewahrheiten, wäre das eine Art Eingeständnis, dass das Unternehmen seine Strategie und Gewinnerwartung „nur darauf stützt, mit Lohndumping zu arbeiten“.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, sprach von „maßlosen Drohgebärden“, mit denen die Pin Gruppe offenbar von ihrer verfehlten Geschäftspolitik ablenken wolle. Ein Blick in das restliche Europa genüge, um zu belegen, dass Wettbewerb und Mindestlöhne zusammen funktionierten.

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