_

Koalition scheint einig: Keine höheren Steuern für Gutverdiener

FDP-Chef Philipp Rösler und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer lehnen den Vorschlag ab, Steuern von Gutverdienern zu erhöhen, um andere Steuersenkungen finanzieren zu können. Damit dürfte die Debatte vorerst beendet sein.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Quelle: dpa
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Quelle: dpa

BerlinIn der Koalitionsspitze zeichnet sich keine Mehrheit für den Vorschlag ab, Steuersenkungen durch eine stärkere Belastung von Besserverdienern zu finanzieren. Nach FDP-Chef Philipp Rösler stellte sich am Wochenende auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer dagegen. Auch die Haltung der CDU-Spitze sei eher ablehnend, verlautete aus der Parteizentrale in Berlin. Dagegen verteidigte der CDU-Haushaltspolitiker Norbert Barthle seinen Vorstoß und kündigte einen detaillierten Entwurf bis Ende August an. Unterstützung erhielt er von der künftigen saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie dem Städte- und Gemeindebund. Die SPD bot der Regierung ihre Zusammenarbeit bei der Steuerreform an.

Anzeige

Barthle will Ledige mit einem Jahreseinkommen von 100.000 bis 250.000 Euro zusätzlich belasten, um finanziellen Spielraum für die beschlossene Steuersenkung für kleine und mittlere Einkommen zu gewinnen. „Es geht mir nicht darum, die FDP zu ärgern, sondern ich will ihr helfen“, sagte der CDU-Politiker dem „Focus“. In der CDU-Führung gebe es durchaus Sympathien für seine Idee, man wolle aber keinen Krach mit der FDP riskieren. Er wolle seinen Vorschlag daher Ende August auf einer Klausur des Fraktionsvorstands näher erläutern.

CSU-Chef Seehofer sagte, die Koalition solle ihre „Hände weg von der Diskussion über eine Gegenfinanzierung für Steuererleichterungen“ lassen. Es gehe darum, die Menschen zu entlasten, betonte Seehofer im „Spiegel“. Nach Einschätzung von FDP-Chef Rösler ist eine Gegenfinanzierung gar nicht nötig, weil sich die Steuerreform von selbst trage. „Wenn man Steuern senkt, setzt man Leistungsanreize für den Einzelnen für die Zukunft und erhöht damit die volkswirtschaftliche Leistung“, argumentierte der Wirtschaftsminister im „Tagesspiegel“. Eine Anhebung der Steuern für Besserverdiener lehne er deshalb ab.

In der CDU-Zentrale hieß es weiter, es sei jetzt nicht die Zeit für Diskussionen über Steuertarife. Die Koalition werde die Details der Steuerreform wie vereinbart im Herbst festzurren. Auch bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stößt die Idee auf Unverständnis, wie der „Spiegel“ berichtete. Schäuble lasse derzeit vor allem Modelle prüfen, in denen der Spitzensteuersatz von derzeit 42 Prozent bei einem Einkommen von rund 53.000 Euro erst bei höheren Bezügen greift. Damit wäre der Tarifverlauf abgeflacht, was die meisten Berufstätigen entlasten würde. Eine Sprecherin von Schäuble wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren: „Es gibt viele Vorschläge, entschieden wird im Herbst.“

  • 02.08.2011, 01:43 UhrAnonymer Benutzer: PeggyEiserne

    Da werden schon wieder die Harz VI Empfänger geplündert.
    1-2 Jahre Zeitarbeit und Arbeitslos?-Kröten weg in der Staatskasse,zu viel verdient.

  • 01.08.2011, 19:38 UhrAnonymer Benutzer: Nachwuchs

    Sie sind also der Meinung jeder Rechtsbrecher muss noch belohnt werden. warum benutzen diese Wesen ( in Berlin ) nicht die Fahrradwege, sondern bezeichnet mich als Vollidiot, weil ich die Wege finanziere. Wie viel Kitas, 24-Stunden- Betrieb könnte man unterhalten?

  • 01.08.2011, 18:13 Uhrmargrit117888

    Genau. So wird es kommen. Die geben doch nichts auf.
    Die Politiker sicn die größten Schmarotzer in diesem Land

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.