Koalition startet Qualifizierungsoffensive
Deutsche sollen mehr und länger lernen

Die Bundesregierung will mit einer breit angelegten Qualifizierungsinitiative den Rückstand Deutschlands im Bereich der Bildung und Weiterbildung im Vergleich zu anderen Industrienationen aufholen. Eine halbe Milliarde soll investiert werden, um mehr als drei Viertel der 25- bis 64-Jährigen an lebenslangem Lernen zu beteiligen.

BERLIN. Ziel sei eine Beteiligung von 80 Prozent der 25- bis 64-Jährigen an lebenslangem Lernen bis 2015 zu erreichen, heißt es in einem Empfehlungskatalog, der der 2006 eingesetzte Innovationskreis Weiterbildung (IKWB) am Dienstag vorstellen will und der dem Handelsblatt im Entwurf vorliegt.

„Wir werden in dieses Projekt in den nächsten Jahren 500 Millionen Euro investierten. Damit machen wir unser Land zukunftsfähig und geben jedem die Chance, seine Potenziale zu nutzen,“ kündigte Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) an. Die Initiative soll am Mittwoch einschließlich der Empfehlungen des IKWB vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Bei der formalisierten Weiterbildung fordert der Arbeitskreis eine Anhebung der Teilnehmerquote von derzeit 43 auf 50 Prozent. Die Weiterbildungsquote für Geringqualifizierte soll von 28 auf 40 Prozent steigen.

Einen Schwerpunkt legt der IKWB auf eine bessere Vernetzung bereits vorhandener Angebote. So regt er die Einrichtung einer kostenlosen und anonymen Telefonhotline an. Ein neues Internetportal soll in Form einer Landkarte über regionale Bildungsangebote informieren. Dort sollen die Bürger auch Hinweise auf die Qualität der Angebote erhalten und in Selbsttests das für sie am besten Geeignete ermitteln können. Um einen besseren Überblick über das vorhandene Angebot zu gewinnen, soll ein „Bildungsmonitoring“ eingeführt werden. Es soll alle Bereiche von der frühkindlichen Bildung über die Weiterbildung bis zu klassischen Bildungseinrichtungen umfassen. Außerdem schlägt der Arbeitskreis die modellhafte Erprobung von Beratungsagenturen zur Förderung der Weiterbildung in kleinen und mittleren Unternehmen vor. Sie sind vielfach nicht in der Lage, aus eigenen Mitteln ihren Mitarbeitern Weiterbildungsangebote zu machen.

Ein Schwerpunkt der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung ist die Aufstiegschancen zu verbessern. So sollen Absolventen einer Berufsausbildung sich leichter für ein Hochschulstudium qualifizieren können. Der Übergang von der Schule in die Hochschule soll generell besser möglich werden, um das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Ziel zu erreichen, künftig 40 Prozent eines Jahrgangs für die Uni zu gewinnen. Schavan betonte, dass dies nur in enger Zusammenarbeit mit den für Schul- und Hochschulbildung zuständigen Ländern und der Wirtschaft gelingen könne.

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