Koalitionsaussage
In Schleswig-Holstein stehen die Zeichen auf Rot-Grün

Bis zuletzt hatten sie heftig mit der CDU geflirtet – jetzt erteilen die Grünen in Schleswig-Holstein den Schwarzen eine klare Absage. Sollte es nach der Wahl für Rot-Grün reichen, kommt es zum Bündnis mit der SPD.
  • 5

KielZwei Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat der grüne Spitzenkandidat Robert Habeck einer möglichen schwarz-grünen Zusammenarbeit in dem Bundesland eine Absage erteilt. Die CDU habe „recht offen“ zu erkennen gegeben, dass die Grünen ihre erste Machtoption seien, sagte er der Zeitung „Die Welt“ (Dienstagausgabe). Für die Grünen seien jedoch die SPD erster Ansprechpartner, „und wenn die Wahl ungefähr so ausgeht, wie es die Umfragen hergeben, werden wir es mit den Sozis versuchen“, betonte Habeck.

Bislang hatte der Spitzenkandidat der Grünen eine solch klare Festlegung vermieden, und sich in der Rolle des „Königsmachers“ gefallen.

In Schleswig-Holstein wird am 6. Mai vorzeitig neu gewählt. Derzeit regiert dort eine Koalition aus CDU und FDP. Die vorzeitige Neuwahl des Landtags war wegen eines Urteils des Landesverfassungsgerichts zum Wahlrecht nötig geworden. Regulär wäre erst 2014 abgestimmt worden. Sowohl CDU als auch SPD wollen als stärkste Partei die neue Regierung bilden. Die SPD hat sich klar für die Grünen als Wunsch-Koalitionspartner ausgesprochen. Eine große Koalition gilt wegen des belasteten Verhältnisses der beiden großen Parteien als eher unwahrscheinliche Option.

Letzte Umfragen sehen CDU und SPD Kopf an Kopf bei jeweils 33 Prozent der Stimmen. Die Grünen wären mit einem Stimmenanteil von 16 Prozent klar drittstärkste Kraft. FDP und Linke würden mit jeweils drei Prozent den Einzug in den Landtag verpassen, während die Piraten mit fünf Prozent in dem Landesparlament vertreten wären. Die dänische Minderheitspartei SSW, für die die Fünf-Prozent-Hürde nicht gilt, liegt aktuell bei drei Prozent.

Der Urnengang in Schleswig-Holstein ist einer von zwei Landtagswahlen in diesem Jahr und gilt deshalb auch auf Bundesebene als wichtiger Test für die politische Stimmung im Land. Bereits am 25. März wird im Saarland gewählt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Koalitionsaussage: In Schleswig-Holstein stehen die Zeichen auf Rot-Grün"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Manche EUregion hat schon Vorläufer dafür. So die Großregion EUropas. Unter diesem Hut befinden sich vier Nationen mit deren angrenzenden Euregionen, die da unter Saar-Lor-Lux-Wallonie, DG Belgiens und die Eifel. Willkommen wäre in jedem Falle, der gegenseitigen Geschichte das Elsaß, grob gesagt die Anrainer linksseitig des Rheins, falls Rheinland-Pfalz mitmachen würde. Wer meint das ginge nicht, der sollte bitte Vergleiche anstellen.An dr Sproch hängts alleweil nicht.

    Anders herum gesagt, man muß im Leben nicht alles haben. Die Autonomen in Berlin und anderswo reichen.

  • @ peterpza,
    Ihr letzter Satz; das wird wohl nix: Die "Schrottparteien" werden sich nur vervielfältigen.

  • 1998 haben die Bundesbürger Rot Grün gewählt, ein halbes Jahr später wollte es keiner mehr gewesen sein! Sind die Deutschen nicht lernfähig? Erklärbar ist das ganze nur durch den Schwachsinn, den Schwarz Gelb fabriziert. Es gibt in Deutschland keine Politiker mehr, die zum Wohle des Volkes agieren. Wie wäre es denn , wenn dieser Staat sich auflöst und die einzlenen Bundesländer autonom werden oder sich Nachbarstaaten anschließen, Schleswig-Holstein geht zu Dänemark, der ganze Osten schliesst sich Polen an, Bayern und Baden Würtemberg bilden zusammen einen Staat, ev. mit Hessen etc. Dann gibts auch keine deutsch Gefahr mehr in Europa udn wir sind hoffentlich unsere Schrottparteien los.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%