Koalitionspoker
Kauder fürchtet Rot-Rot-Grün

Unionsfraktions-Chef Kauder glaubt nicht an die Große Koalition, FDP-Chef Rösler lehnt die Ampel ab, die SPD kämpft für Rot-Grün. Drei Monate vor der Bundestagswahl wird lebhaft über eventuelle Bündnisse spekuliert.
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Berlin/Düsseldorf85 Tage sind es noch bis zur Bundestagswahl. Viele Bündnismöglichkeiten bleiben nicht mehr, schließen die Kandidaten ihre Konkurrenten doch eifrig als Koalitionspartner aus.

So weißt der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen kategorisch von sich. Das sei „völlig ausgeschlossen“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Schwarz-Gelb sei „ein Anker der Stabilität und Solidität“. „Wir wollen die Koalition mit der Union fortsetzen, damit Deutschland stark bleibt“, sagte der Bundeswirtschaftsminister. Die SPD wolle in Deutschland die Steuern erhöhen, „um die Schulden der anderen in Europa zu bezahlen“.

Derzeit liegt Röslers FDP in Umfragen bei vier bis fünf Prozent und muss dementsprechend bangen, überhaupt in den Bundestag einzuziehen. Rösler sagte, es gehe nun darum, die liberalen Themen weiter nach vorn zu bringen. Die heiße Phase des Wahlkampfs beginne erst zwei Wochen vor dem Wahltag.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder schließt eine große Koalition mit der SPD zwar nicht kategorisch aus, glaubt aber, dass die SPD daran so wenig Interesse hat wie die Union. „Ich glaube, dass die SPD ein wie immer geartetes Bündnis mit den Grünen und den Linken eingehen würde, falls es dafür reichen sollte.“ SPD und Grüne haben zwar mehrfach erklärt, dass sie ein Bündnis mit der Linkspartei ablehnen. Kauder ist trotzdem überzeugt: „Wer Rot-Rot-Grün im Bund verhindern will, muss die Union und Angela Merkel wählen.“

Der Parlamentsgeschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, erklärte zu den Äußerungen: „Diesen Sommer kämpft Rot-Grün gegen Schwarz-Gelb. Alles andere sind Phantomdiskussionen. Die SPD wird sich davon nicht von dem Wahlkampf für Rot-Grün ablenken lassen.“

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück setzt auf eine hohe Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl. Ziel müsse es sein, den „grottenschlechten“ Wert von 70,8 Prozent von vor vier Jahren auf 77 oder 78 Prozent zu steigern, sagte Steinbrück bei einem Parteitag der Saar-SPD am Samstag in Saarbrücken. „Dann gewinnt die SPD die Bundestagswahl.“ Von schlechten Umfragewerten will sich Steinbrück nicht beeindrucken lassen. „Die Wahl wird in den letzten acht Wochen entschieden“, sagte er.





dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Kauder hat recht, aber was hat er dagegen getan??? Schwarz-Gelb hätte doch die Sozialverräterschaft von Rot-Grün geraderücken können. Es wäre leicht gewesen, diesen Verrätern weitere Millionen Stimmen abzujagen. Nun steht die Union da: Rot-Rot-Grün wird unstrittig die Gesamtmehrheit bekommen; die Union wird stärkste Kraft; die FDP verpasst vielleicht die 5 % - Hürde oder liegt minimal drüber. Die AfD wird allen Altparteien Prozente wegnehmen. Piraten und Sonstige werden auch einen Schmerzteil bei den Altparteien holen. So könnte sogar Merkel noch verschwinden. Es ist wieder typisch Altparteien: Sie pennen, regieren gegen die Bürger, verschleudern Milliarden in Rettungsschirme und Bankenzocker; kommen mit höchsten Steuereinnahmen immer noch nicht aus; übersehen aber die Unzufriedenheit von vielen Millionen Bürgern, die sich neuen Alternativen zuwenden. So könnte Kauder recht behalten. Selbst eine starke Union könnte nicht zum Regieren reichen. Es wird spannend. Ein gutes Stück Anti-Euro, Anti-EU und Anti-EZB täte unserem Land gut. Deutschland muss wieder Priorität im Politikerhandeln werden.

  • Karstenberwanger
    und wieder muß ich Ihnen Recht geben.
    Das große Afuwachen wird auch hir noch kommen und dannw rden so eingige sehr dumm gucken

  • Immer die gleiche Laier vor den Wahlen. Man kann es nicht mehr hören, bzw. lesen.
    Für mich sind die Politiker S S B =
    Selbstversorger, Selbstdarsteller, Berufslügner.
    joro.

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