Koalitionsstreit
Lindner will Union bei der Homo-Ehe austricksen

FDP-Vize Christian Lindner will der Union eine „goldene Brücke“ bauen, der Bundestag könne über die Homo-Ehe ohne Fraktionszwang abstimmen. Unions-Fraktionschef Kauder wiegelt ab — kein Gesetz mehr in dieser Legislatur.
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BerlinDie FDP will den Koalitionspartner CDU/CSU doch noch für ein Gesetz zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe gewinnen. FDP-Vize Christian Lindner sprach sich in der „Stuttgarter Zeitung“ (Freitag) für einen Gruppenantrag im Bundestag aus, also für einen Antrag ohne Fraktionszwang.

„Wenn CDU/CSU in dieser Verfahrensfrage gesprächsbereit wären, dann könnte ein Gruppenantrag eine Möglichkeit sein.“ Für die Union könnte das laut Lindner „eine goldene Brücke sein, da sie selbst ja intern Konflikte hat“. Wenn ein Paar füreinander Verantwortung übernehme, „sollte dem Staat egal sein, welches Geschlecht es hat“.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte am Donnerstag „Spiegel online“ zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften gesagt: „Ich gehe davon aus, dass in dieser Legislaturperiode keine gesetzlichen Maßnahmen mehr kommen.“ Daran würde nur ein gemeinsamer Vorstoß von Abweichlern in der Koalition mit der Opposition etwas ändern.

Lindner schloss wechselnde Mehrheiten im Bundestag aus. Für ihn persönlich sei eine Abstimmung über dieses Thema keine Gewissensfrage, die eine Freigabe der Abstimmung durch die Fraktionsführung rechtfertigen würde, sagte er der Zeitung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Koalitionsstreit: Lindner will Union bei der Homo-Ehe austricksen"

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  • Das Ehegattensplittung muss auch für die Homo-Ehe gelten.
    Gleiche Pflichten, gleiche Rechte. Das Splitting ist für Paare gemacht, die Verantwortung füreinander übernehmen und den Staat entlasten und hat nichts mit Kinderkriehen zu tun.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Lindner sollte sich hinter die Ohren schreiben, was der neue Papst dazu sagt. Und eine christliche Partei kann sich nicht den geduldeten Minderheiten beugen, sonst wird sie abgewählt.

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